Wie Agenturen vermelden, engagiert sich die evangelische Theologin seit mehr als 25 Jahren erfolgreich gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Jetzt ist die 66-Jährige im Ruhestand.
Dies würdigte der Kurator des Domstifts Brandenburg, Cord-Georg Hasselmann, am Freitag in Brandenburg an der Havel und Berlin zur Begründung. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung des Domstifts soll am 11. Oktober bei einem Festakt im Dom zu Brandenburg überreicht werden.
Die Laudatio hält Elke Büdenbender, die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der auch Schirmherr des Freiheitspreises ist.

„Demokratie leben - gegen den Populismus“

Der Preis wurde 2015 anlässlich des 850-jährigen Domjubiläums vom Domstift Brandenburg begründet. Er wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten oder Institutionen, vorzugsweise aus Brandenburg und Berlin, vergeben, die durch Engagement in Kultur, Religion, Wirtschaft oder Politik zur Verwirklichung des Freiheitsgedankens beitragen. Damit ausgezeichnet wurden bisher das Menschenrechtszentrum Cottbus und die Wohnungsbaugenossenschaft "Bremer Höhe".

Probleme mit rechtsextremen Übergriffen in Joachimstal

Als Beatrix Spreng vor 26 Jahren als Pfarrerin die evangelische Gemeinde Joachimsthal übernahm, habe es im Ort immer wieder Probleme durch rechtsextreme Übergriffe gegeben, hieß es.
Um Kinder und Jugendliche vor dem Abdriften in die rechte Szene zu bewahren, habe die Theologin mehrere Gruppen ins Leben gerufen, anfangs gegen erheblichen Widerstand. Vor allem das vielfach ausgezeichnete Projekt „BAFF - Bands auf festen Füßen“ sei weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus bekanntgeworden.

Vorbild für wehrhafte Demokratie

„Die Grundlagen unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung werden immer unverhohlener durch populistische Bewegungen, überwiegend von rechts, infrage gestellt“, betonte Hasselmann.
Pfarrerin Beatrix Spreng habe vor diesem Hintergrund inzwischen mehr als ein Vierteljahrhundert lang vorbildlich gezeigt, wie wehrhafte Demokratie aussehen könne. Er äußerte die Hoffnung, dass ihr Engagement "auch andere motiviert, sich wie sie, zur Not auch gegen Widerstände, couragiert für die Wahrung unserer Freiheit einzusetzen".
Das Domstift Brandenburg ist die älteste Institution im Land Brandenburg. Zu seinen Aufgaben gehören die Erhaltung und zeitgemäße Nutzung des historischen Gebäudeensembles aus Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäuden. Mit Konzertreihen, dem Archiv und Museum, den Gottesdiensten und den beiden Evangelischen Schulen zieht der Dom zu Brandenburg jährlich über 60.000 Besucher an.