Nun aber wurden auch in der alten Garnisonstadt Brandenburg - seit 1935 nach Jahren der militärischen Beschränkungen gemäß Versailler Vertrag wieder als solche offiziell präsent -, Tag für Tag in diesem September weitere Soldaten zu den Waffen in der deutschen Wehrmacht gerufen. Über jene Zeit recherchierte später intensiv Experte Manfred Ostendorf vom hiesigen Interessenkreis Militärgeschichte und berichtete wiederholt in Vorträgen darüber. Demzufolge hatten die Befehlshaber der Wehrmacht damals offensichtlich aus den Erfahrungen von 1914 gelernt. So ging nun im Spätsommer 1939 (Termin: 26. August) - völlig im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg - die Mobilmachung allerorts geheim vor sich. Zunächst wurden in Deutschland fünf Millionen Soldaten eingezogen. Für unsere Stadt traf dies für das Infanterieregiment 68 zu, von dem später einige Offiziere am Hitler-Attentat (20. August 1944) beteiligt sein sollten. Zugleich machten vor nunmehr genau 80 Jahren das Artillerieregiment 59 sowie das Flakregiment 22 umgehend mobil. Ansässig waren hier überdies ein Pionierbataillon und das Jagdgeschwader auf dem modernen Fliegerhorst Briest.
Schon wenige Stunden nach Befehlseingang rollten beispielsweise die Soldaten der hiesigen 23. Infanteriedivision per Deutscher Reichsbahn in Richtung Westpreußen. Kein Vergleich aber zum Waffengang des kaiserlichen Deutschland anno 1914: Diesmal fehlte es an  Blumen und Marschmusik, von Jubel und Begeisterung keine Spur. Nur wenige Tage nach ihrem heimlichen Abmarsch waren die Infanteristen bereits mit dabei, als Wehrmachtstruppen die Grenze zum benachbarten, völlig überraschten Polen stürmten.Traurige Berühmtheit erlangte während der folgenden Jahre die 1939 aufgestellte und hier, wie auch andere Ersatzmannschaften ausgebildete Division "Brandenburg". Diese kam als Bau-Lehrkompanie z.b.V. 800 (zur besonderen Verwendung, d. Autor) vornehmlich zu Diversions- und Sabotagezwecken an den Fronten zum Einsatz.
Schon relativ lange vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, insbesondere nach überstandener Weltwirtschaftskrise 1929/30, hatte unser Brandenburg einen enormen Aufschwung erlebt. So resümierte später der ehemalige Stadtarchivar Dr. Klaus Heß nach eingehenden Studien, dass die Stadt recht schnell ihre Fläche von 8000 auf fast 12 000 Hektar erweitert hatte. Zugleich stieg seit dem ersten Weltenbrand (1914/18) die Einwohnerzahl um 30 000 auf immerhin 80 000. Mit Opel, Arado und den Mitteldeutschen Stahlwerken entstand ein Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie. In gleichem Atemzug zu nennen sind die Havelwerke, das RAW Brandenburg-West (Kirchmöser), Brennabor, Excelsior sowie etliche mittelständische Unternehmen. Bemerkenswert zudem auch das Tempo, mit dem einhergehend Wohnsiedlungen wie Görden, Hohenstücken (nicht zu verwechseln mit dem ab 1972 errichteten Stadtteil, d. Verf.), Neu Schmerzke, Eigene Scholle, das Gebiet "gegenüber" dem Stahlwerk sowie auch weitere Häuser in der Franz-Ziegler-Strasse gebaut wurden.
Vier Kinos, ein Theater, das neu gestaltete Heimatmuseum, ein gerade gegründetes Orchester, die eingeweihte Stadthalle - zuvor der Schweizergarten - sowie vielerlei artspezifische Angebote, bis hin zu den Veranstaltungen von "Kraft durch Freude", prägten mittlerweile das längst von nationalsozialistischem Gedankengut durchdrungene Kulturleben. Der lokale Zeitungsmarkt indes war mehr als überschaubar, nachdem die neuen Machthaber die "Brandenburger Zeitung" der SPD im Otto-Sidow-Verlag verboten hatten. Lediglich der "Brandenburger Anzeiger" in der Kurstraße 7 - einst ein bürgerliches Blatt, das nun ideologisch der NSDAP folgen mußte -, blieb davon ausgenommen. Gleich mit Kriegsbeginn an jenem folgenschweren 1. September hatte diese Zeitung die Havelstädter zum vorbeugenden Luftschutz durch Verdunkeln ihrer Wohnungsfenster aufgerufen. Am 8. des gleichen Monats folgte eine Sonderausgabe(!) mit der groß aufgemachten Meldung, dass deutsche Truppen die polnische Hauptstadt Warschau eingenommen haben. Aber nur drei Tage danach kündete  die erste Anzeige vom Tod eines 21-jährigen Soldaten an der Front.
In den folgenden, schicksalshaften Jahren bis zur bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8./9. Mai 1945 mußten mindestens 4000, zumeist junge Brandenburger auf den Schlachtfeldern für "Führer, Volk und Vaterland" ihr Leben lassen. Hinzu kamen viele Opfer durch die Bombenangriffe auf die bis dahin so schöne Chur- und Hauptstadt; zu beklagen vornehmlich in den beiden letzten Kriegsjahren, so auch noch am 31. März und am 20. April 1945. Unermeßlich waren neben den mehr als 55 Millionen Toten auf der Erde all die Leiden, Sorgen, Schrecken und Nöte die dieser Weltenbrand für viele Völker, insbesondere eben auch für das bis 1989 geteilte Deutschland als einstigen Aggressor bewirkte. Und das selbst bis in die jüngere Vergangenheit hinein.
Große Teile der während der Kaiserzeit bzw. dann unter dem Nationalsozialismus in unserer Heimatstadt errichteten Kasernen - jene im "vorderen" Bereich der Magdeburger Strasse  wurden jedoch bei Luftangriffen zerstört -, sind mittlerweile völlig umfunktioniert. Dort dominieren heutzutage statt der Soldaten die Studenten der Technischen Hochschule ebenso wie Angestellte etlicher Behörden. Ebenfalls unweit vom Altstadt Bahnhof haben Brandenburger Familien indes ihr Wohnquartier gefunden, zudem gibt es dort das Betreute Wohnen und im einstigen Offizierskasino die "Jugendkulturfabrik".