Auf die ein oder andere Weise hat die Arbeit des Vereins auch den Werdegang der Musiker beeinflusst, die am späten Nachmittag auf der Bühne im Souterrain des Schlosses stehen. Delta-Alpha nennt sich das Trio aus Marienwerder, das druckvollen - und durchaus lauten - Rock mit deutschen Texten spielt. Bassist Marcel Schumacher, heute 25 Jahre alt, erinnert sich, wie er vor einem guten Jahrzehnt bei einem Workshop des Vereins mitgemacht hat. "Da haben sie gesagt: "Du hast lange Finger, du spielst Bass.'" Das hatte Einfluss auf seinen weiteren Werdegang: "Dadurch habe ich zur Musik gefunden."
Mittlerweile spielt er seit rund einem Jahr in der Konstellation mit Jan Stegemann am Schlagzeug und seiner Frau Jule Schumacher an der Gitarre. Die 28-Jährige, die auch den Gesang übernimmt, hat vor knapp 15 Jahren an einem Bandworkshop der Mobilen Jugendförderung teilgenommen, der damals im Schloss Lichterfelde stattgefunden hat. "Da konnte man sich ausprobieren", sagt sie.
Die Arbeit des Vereins schätzt Jule Schumacher sehr: "Die Förderung für die Kleinen - das ist schon toll." Ihr Mann Marcel ergänzt: "Sonst ist ja hier nix, das Kinder an Musik 'ranführt." Genau das macht Drummer Jan Stegemann auch heute noch. Bei dem 20-Jährigen hat ebenfalls alles mit einer Workshop-Teilnahme begonnen. Zwei Jahre ist das her. "Da haben sie mich gefragt, ob ich auch selbst Workshops anbieten möchte", sagt er. So unterrichtet er nun die Jüngeren im Rahmen des Projekts "Kid's Rock".
Aus diesem Grund sind er und Delta-Alpha am Freitag auch eingeladen worden zum Jubiläumsfest, das alte Weggefährten zusammenbringt, genauso wie die Unterstützer, Geldgeber und Partner an den Schulen und Jugendeinrichtungen, denen der Verein zu Beginn des Festes Tribut zollt. Das ist auch Mario Reiff, der Seele des Vereins, ein Anliegen. Wobei ihn das Engagement der Nachwuchsmusiker besonders freut: "Das ist für mich der größte Erfolg", sagt er, "dass aus Teilnehmern ehrenamtliche Multiplikatoren werden." Sprich: junge Dozenten wie Jan Stegemann, die mittlerweile selbst Kurse geben.
Doch die Vereinsmitglieder schauen am Freitag nicht nur zurück, sie schauen auch in die Zukunft. Eine Zukunft ohne Mario Reiff, der nach 20 Jahren aufhört. Kein Grund zur Panik: "Wir müssen uns als Verein einfach um eine neue Konzeption kümmern", sagt Martin Falk, der seit 15 Jahren bei der Mobilen Jugendförderung tätig ist. Wer in Reiffs Fußstapfen treten wird, ist noch nicht bekannt. "Wir haben Vorstellungsgespräche gerade", erklärt Falk und steigt selbst auf die Bühne. Die Jubiläumsfeier geht in die nächste Runde - mit einem Auftritt seiner Band Schneiders Beste. Und wie sollte es anders sein: "Kontakt zum Verein hatten wir alle, ob als Workshop-Teilnehmer oder Dozenten", sagt Martin Falk über seine Bandkollegen.
Wer sich bewerben will beim Verein, findet alle Infos im Internet unter www.mobile-projekte.de.