Die Initiative, die auf Bundesebene 2002 in Berlin ihren Ursprung fand und bis heute rund 300 lokale Gruppen vereint, versteht sich als soziales Projekt. Für die Freifunker ist der freie Zugriff auf das Internet ein Menschenrecht. Auch viele Geflüchtete profitieren, da sie durch das Netzwerk mit den Zurückgebliebenen Kontakt halten können.
"Wie viele Hotspots gerade offen sind, liegt an mehreren Faktoren", erklärt Prigge. Leider seien elektronische Signale ziemlich störanfällig. Regenwetter sei zum Beispiel schlecht, da die Funkverbindungen durch Wasser beeinträchtigt werden. Zudem würden Wiederstände zwischen zwei Netzwerkgeräten die Verbindung beeinträchtigen. So zum Beispiel Bäume. Deshalb sei für einen Router ein Standort wie die höchste Erhebung der Stadt - in Eberswalde der Drachenkopf - sinnvoll. Dort durften die Freifunker bereits ein Gerät anbringen.
Die Eberswalder Gruppe besteht momentan aus rund zehn Mitgliedern. Sie treffen sich jeden Freitag ab 18 Uhr in den Räumen des freien Kulturvereins Zwischenraum in der Havellandstraße 15. "Wir freuen uns außerdem immer über neue Mitstreiter", betonen die jungen Männer.
Die Initiative basiert auf dem Engagement der Einwohner. Das Gratisnetzwerk baut sich dadurch auf, dass möglichst viele einen Freifunk-Router aufstellen und optional Internet des eigenen Anschlusses einspeisen. Die Kosten der empfohlenen Netzwerkgeräte liegen zwischen 15 und 60 Euro. Das Gerät lässt man sich von der Initiative einrichten. Anschließend verstärkt es das Netzwerk, indem es das Funksignal weitergibt. Oder man spendiert eine Portion Internet und lässt es mit dem eigenen Router verbinden. Durch das zusätzliche Gerät haben externe Nutzer keinen Zugriff auf das private Netz, hebt Tesch hervor. Da der Datenverkehr über einen Server der Initiative läuft, kann der Teilende nicht für illegale Netzaktivitäten des fremden Nutzers verantwortlich gemacht werden. Dies sei trotz des neuen Gesetzes zur Eindämmung der Störerhaftung sinnvoll, findet Prigge. Das Gesetz sei an vielen Stellen unbestimmt. Wie viel seiner Internetleistung der Teilende abgibt, entscheidet er selbst.
Interessant sei das Konzept auch für internetschwache Regionen. "Wenn es in einem Dorf eine gute Verbindung gibt, kann man dem unterversorgten Nachbardorf aushelfen. Dazu müsste man nur an beiden Kirchtürmen einen Router anbringen."
Weitere Informationen auf www.freifunk-eberswalde.de
Botschafter des freien, kostenlosen Internets: Sören Prigge (l.) und Heinrich Tesch von Freifunk suchen neue Mitstreiter, die einen Router der Initiative bei sich aufstellen. Foto: MOZ/Anna Fastabend
Eberswalder Initiative Freifunk hat ihr drahtloses Netzwerk erheblich ausgebaut / Weitere Mitstreiter willkommen