Lindner findet: "Die Frage, wie mit den Gemeindehäusern zu verfahren ist, ist nicht allein aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu beantworten und deshalb waren die Abgeordneten schlecht beraten, als sie den Wohnungsverwalter damit beauftragt haben festzustellen, welche Häuser sich zur Vermarktung anbieten." Bei den Gemeindehäusern ging es "um mehr als um Geld". Es ginge vor allem "um unsere Vorstellungen von Gemeindeleben und um die Zukunftschancen unserer Gemeinden", argumentiert Lindner. Dörfer bräuchten Mittelpunkte. Wie aber, so fragt der Senftenhütter, sollen Kinder- und Jugend- oder Seniorenarbeit organisiert werden, wenn es keine öffentlichen Räume mehr gibt?
Von einem Verkauf gemeindeeigener Immobilien sei "dringend abzuraten". Zunächst sollten eine Bedarfsanalyse und ein Nutzungskonzept erarbeitet werden.
Im Fall Senftenhütte bestehe jedenfalls Bedarf, listet Lindner die verschiedenen Nutzungen des Hauses auf. Das Konzept ließe sich weiterentwickeln. Denkbar wäre eine Kooperation mit der Naturwacht. Daneben erinnert er an den "Fusionsvertrag" zur Eingemeindung von Senftenhütte nach Chorin. Darin sei der Erhalt des Gemeindehauses, einst die Dorfschule, vereinbart worden. Der Fokus, so Lindners Forderung, sollte nicht auf eine schnelle Vermarktung, sondern auf die Dorfentwicklung gerichtet sein.
Bei der jüngsten Debatte hatte bereits Thomas Polster, Vorsitzender des Hauptausschusses, darauf hingewiesen, dass die alte Schule der einzige öffentliche Treffpunkt in Senftenhütte sei. Bei einem Verkauf sei deshalb auf eine Zweckbindung zu drängen, wonach ein Teil der Immobilie kommunal nutzbar bleibt.