Wenn in Finowfurt ein Thema in der Luft liegt, dann ist es diese vermaledeite Entlastungsstraße. Nicht nur Wilhelm Westerkamp würde das bestätigen. In die Frage um die B 167 neu ist wieder Bewegung gekommen. Also klinkt sich auch Finowfurts Ortsvorsteher (Bündnis Schorfheide) wieder in die Debatte ein. „80 Prozent der Finowfurter wollen die Straße nicht“, ist er weiter sicher.
Im Grunde habe er seine Haltung schon vor zwei Jahren kundgetan, sagt Westerkamp. Seit wenigen Wochen machen nun Anwohner der Clara-Zetkin-Siedlung mobil: gegen die Umgehungsstraße. Eine neue Bürgerinitiative will den Bau nördlich der aktuellen Verbindung Eberswalde-Finowfurt verhindern. Oder mindestens seine Folgen für die Zetkinsiedler abmildern. Für sie ist nicht einmal ein Schallschutz vorgesehen.
Der Landesbetrieb für Straßenwesen bereitet das Planfeststellungsverfahren bis zum Jahresende vor. Also könnten bald konkrete Pläne festgeklopft werden – was die Bewohner der Zetkin-Siedlung nach der mehr als 15 Jahre währenden Debatte zu diesem Schritt veranlasste. Sehr zum Unmut einer Gruppe von Finowfurtern. Die Bürgerinitiative Marienwerder Straße kämpft seit Ewigkeiten für die Ortsumgehung. Westerkamp stellt sich nun trotzdem auf die Seite der Zetkin-Siedler. „Es wird nicht ehrlich diskutiert“, sagt er über die Initiative in Finowfurt. Gerade an der Marienwerder Straße, der derzeitigen Bundesstraße, seien erst vor kurzem wieder zwei neue Wohnhäuser entstanden. „Man kann dort leben“, folgert der Ortsvorsteher.
Westerkamp erinnert auch an Daten von 2006. Damals zählten die Gemeinde Schorfheide und die Polizei den Verkehr. Die wenigsten Fahrzeuge seien demnach von der Autobahnauffahrt über Eberswalde und noch weiter gefahren, so Westerkamp. „Alles andere, 94,5 Prozent, war Ziel- und Quellverkehr von und nach Eberswalde oder Finowfurt.“ Wirklich entlasten würde die Straße also kaum, glaubt er. Und wenn doch, dann auf Kosten der Zetkin-Siedlung und der Steuerzahler. „Wir setzen eine Straße in den märkischen Sand, die keiner braucht.“ Darüber hinaus würden die Finowfurter Industriegebiete abgeschnitten und teuer auf Kosten der Kommune wieder angebunden werden müssen.
„Wenn man auf einen gemeinsamen Nenner kommt, wird man sich mit der Zetkin-Siedlung zusammentun“, sagt Westerkamp. Gemeinsam könnte man an den Plänen nochmal rütteln, glaubt er.