Bei  Bernd Stoltmann ist alles im grünen Bereich. Sein fahrbarer Untersatz, ein etwa zehn Jahre alter Mercedes, B-Klasse, hat den Test bestanden. Bremsen- und Stoßdämpfercheck – ohne Beanstandung, bescheinigt Marc Viola vom ADAC-Prüfdienst, dem 67-jährigen Eberswalder. Und gibt ihm noch ein paar Hinweise für die Handbremse.
Kaum ist der Mercedes vom Prüfstand gerollt, fährt Violas Kollege bereits das nächste Auto an die Rampe heran. Das war Teil eins des Checks für Bernd Stoltmann: der Technik-Test. Minuten später geht es zum Fahrer-Check. Sicherheit, so heißt es bei den Experten, habe schließlich immer zwei Komponenten. Eben Maschine und Mensch.
Der Fahrer-Check ist ein Angebot, das sich vor allem an ältere Lenker richtet. Senioren an sich seien nicht das Problem im Verkehr. Aufgrund des demografischen Wandels werden es allerdings immer mehr ältere Kraftfahrer, so Werner Kremer und Jörg Rebbin von der Abteilung Prävention der Polizeiinspektion Barnim. Und im Gegensatz zu Lkw-Fahrern, die sich regelmäßig einer Überprüfung unterziehen müssen, sehe das Gesetz im Pkw-Bereich keine Untersuchungen vor. "Ob Senioren körperlich und geistig fit sind, ein Auto zu lenken, diese Entscheidung müssen sie selbst verantwortungsbewusst treffen", so die Uniformierten.  Keine leichte Frage. Immerhin gehe es dabei gerade im ländlichen Raum um Mobilität und ein Stück Freiheit, so die Beamten aus Erfahrung. Tests wie der beim ADAC könnten bei der Entscheidung helfen. Hören, Sehen, Reaktionsvermögen, das könne man überprüfen.
Sehr beliebt seien das Programm "Sicher Mobil" und der "Fahr-Fitness-Check", den der Club seit vielen Jahren anbietet. "Im Ergebnis des Checks, der eine 45-minütige Fahrt beinhaltet, beraten wir die Fahrer", so Hans-Jürgen Prauße vom ADAC. Man erstelle kein Gutachten, es gibt keine Meldung an Behörden.
Zwei Mal pro Jahr ist der Automobilclub mit seinen Testern in Eberswalde. Und prüft, je nach Saison, einzelne Elemente.
Nächster Termin: 6./9. Dezember mit Gratis-Beleuchtungscheck für alle

Unfallstatistik 2018 für den Barnim


Im vorigen Jahr haben sich im Barnim 5261 Verkehrsunfälle ereignet. An 1364 waren Senioren beteiligt (etwa 25 Prozent). In 939 Fällen waren Senioren die Verursacher. Die Polizeiinspektion registriert eine deutliche Zunahme, Chef Jens Starigk spricht von einer besonders gefährdeten Gruppe. Bei den 939 Kollisionen, die durch die Altersklasse Ü65 verursacht wurden, wurden 121 Personen verletzt: davon 37 schwer und 84 leicht. red