Drei Jahre alt ist Robin Simmen. Der kleine Eberswalder wäre zu gern Feuerwehrmann. Für seine Mutter ist das Feuerwehrtreffen auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums deshalb ein Pflichttermin. „Bei Robin ist zur Zeit alles rot und alles ist Feuerwehr“, erklärt Dana Simmen.
Soviel Begeisterung können sich die erwachsenen Feuerwehrleute nur wünschen. Die Werbung neuer Mitglieder ist das erklärte Ziel des Joachimsthaler Feuerwehrvereins „Florian Schorfheide“. Die sogenannten „Fire Safe Days“ waren deshalb schon beim Start im vorigen Jahr als Traditionsveranstaltung angelegt. Und auch die Einladung für 2011 steht schon. „Im vorigen Jahr wurde das ja sehr gepuscht“, sagt Jörg Engel, stellvertretender Museumschef. „Jetzt hat das Ganze eine Größe, dass es langsam wachsen kann.“
Denn hinter den Zahlen der ersten Auflage blieb das Treffen diesmal zurück. Schon im Vorfeld war klar, dass die längste Löschfahrzeugkette der Welt nicht zustande kommen würde. 2009 rollten zu dem Versuch, den Schweizer Weltrekord von 160 Wagen zu brechen, 102 Fahrzeuge an. Am Sonnabend waren es 68. „Der Landesfeuerwehrverband hat sich zurückgezogen“, ist Engels Erklärung. Dass bei weitem nicht so viele Feuerwehren kamen wie im Vorjahr, könnte aber auch an einer Konkurrenzveranstaltung liegen. „Ich denke mal, das geht alles an den Brandenburg-Tag in Schwedt“, sagt Mike Ganzke.
Dennoch ist der Berufsfeuerwehrmann überrascht, dass „eine ganze Menge Besucher da sind“. Er ist als Mitorganisator der Feuerwehrhistorischen Sammlung dabei. Die gesammelte Technik präsentierte die Privatinitiative in Finowfurt im Einsatz. Angefangen mit der Handdruckspritze über Löschangriffe der 60er bis 80er Jahre bis zum Zeitsprung in die aktuellste Technik.
Der Stolz der Veranstalter waren insbesondere „sechs fahrbereite G 5-Löschfahrzeuge“, wie Jörg Engel betont. „Löschen und einen Schaumteppich legen“ können die Oldtimer, wie Kay Bartl erläutert. Der Groß Schönebecker ist seit 25 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr und steuerte einen solchen Wagen von 1957. „Wir haben natürlich auch nagelneue Technik, aber der ist immer noch unser treuer Begleiter, hauptsächlich bei Waldbränden im Sommer.“
Als ältestes Fahrzeug wurde bei dem Feuerwehrtreffen allerdings der VW-Bulli aus Wandlitz prämiert. Und einen Doppelsieg holte „Toni“. Der zum Feuerwehrauto umfunktionierte Multicar aus Dedelow (Uckermark) fiel bereits im vorigen Jahr auf. Die Besucher des Feuerwehrtreffens erwählten Toni nun zum schönsten und kuriosesten Oldtimer.