450 Anfragen waren es im vorigen Jahr. Vor knapp zwei Jahren hat der Pflegestützpunkt im Paul-Wunderlich-Haus seine Arbeit aufgenommen. Seitdem hat das Angebot Fuß gefasst. Gefragt sind oft Informationen zur häuslichen Pflege.
Mehr als 7600 Pflegebedürftige leben im Barnim. Die meisten, mehr als drei Viertel, werden zu Hause betreut. Das schlägt sich auch in den Beratungen des Pflegestützpunktes nieder. "Wir haben sehr viele Nachfragen zur häuslichen Pflege", berichtet Pflegeberaterin Erika Zielke. Und: Über die Hälfte aller Ratsuchenden sind Angehörige. "Sie suchen definitiv vor allem Entlastungsangebote."
Es hat sich herumgesprochen, dass es im Paul-Wunderlich-Haus den Durchblick im Pflegedschungel aus einer Hand gibt. Eine Jahresbilanz 2011 hat Erika Zielke am Mittwoch dem Barnimer Sozialausschuss vorgestellt. Im ersten kompletten Betriebsjahr stehen demnach 450 Kontakte in der Statistik. Eine Zahl, "die sicher nach oben zu werten ist", sagt Erika Zielke. In diesem Jahr gab es allein bis zum vergangenen Wochenende bereits 150 Anfragen oder Besuche.
Dabei kommen viele erst, wenn sie die Hilfe brauchen. "Ein Großteil hat bereits eine Pflegestufe", sagt die AOK-Pflegeberaterin. Dann geht es oft darum, nach einem Notfall Pflege neu zu organisieren. Ein Anliegen, das häufig Ärzte anbringen. Nicht selten fragen aber auch Bekannte oder Nachbarn nach. "Was ist wenn?", die vorsorglichen Nachfragen nehmen ebenfalls zu. Vor allem Heimpreise spielen eine Rolle. "Man will wissen, welche Einrichtung für das eigene Einkommen infrage kommt", sagt Erika Zielke. Bei ihren Auskünften sind die Beraterinnen zur Neutralität verpflichtet. Vier Mitarbeiterinnen vom Barnimer Grundsicherungsamt wechseln sich in der Sozialberatung ab. Erika Zielke, die Pflegeberaterin, ist bei der AOK angestellt.
Inzwischen stellt der Stützpunkt in Eberswalde zahlreiche Anbieterlisten und individuelle Checklisten, etwa für die Heimsuche, zur Verfügung. Versorgungslücken gibt es demnach kaum. "Es sind Wahlmöglichkeiten da - ob das Essen auf Rädern ist oder ein Begleitservice", sagt Erika Zielke. Vielmehr könnten viele mit dem großen Leistungsangebot gar nicht umgehen. Schwierig zu vermitteln sei oftmals eher, dass solche Angebote selbst zu finanzieren sind.
Die Notwendigkeit, im Barnim eine zweite Außenstelle einzurichten, sieht die Pflegeberaterin nicht. "Bisher war der Bedarf nicht da. Das Klientel ist häufig so eingeschränkt, dass es auch an einen anderen Ort nicht kommen kann", sagt Erika Zielke. Denjenigen, die anrufen, seien ohnehin Hausbesuche lieber. Das hat zudem den Vorteil, dass die Pflegeberaterin Tipps im Wohnumfeld geben kann. "Inzwischen gibt es keinen Ort im Landkreis mehr, an dem wir noch nicht waren."
Geöffnet ist der Pflegestützpunkt dienstags 9 bis 18 Uhr, donnerstags 9 bis 16 Uhr. Tel. 03334 214-1140 (Pflegeberater), 03334 214-1141 (Sozialberater)