Manchem Autofahrer, der sich durch das morgendliche Schneegestöber quälte, mag die amtlich anmutende Tafel gar nicht aufgefallen sein, die in Fahrtrichtung Finowfurt am Kleinen Stern ein Vorfahrtszeichen verdeckt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Initiatoren mit den schwarzen Buchstaben auf gelbem Grund einen besonders pfiffigen Aprilscherz machen wollten.
Darauf deutet auch ein anonymer Anruf hin, der die Redaktion am Sonntagvormittag erreichte. In Finow hätten sich 99,9 Prozent der Teilnehmer einer geheim gehaltenen Abstimmung dafür ausgesprochen, dass Finow ein weitestgehend selbstständiger Ortsteil der Gemeinde Schorfheide werde, hieß es da.
Sollte dies ein Aprilscherz sein, ist aus mehreren Gründen bemerkenswert: Erstes streiten die Stadt Eberswalde und die Gemeinde Schorfheide seit Jahren unter anderem darüber, ob das Fachmarktzentrum in Finowfurt erweitert werden darf. Zweitens fühlen sich viele Finower als Eberswalder zweiter Klasse, weil in ihrem Ortsteil zu wenig investiert werde. Drittens feiert Finow gerade 90-jähriges Bestehen. Unter diesem Namen hatten sich 1928 die Gemeinden Heegermühle und Messingwerk sowie die Gutsbezirke Wolfswinkel und Eisenspalterei zusammengeschlossen. Und viertens ist es 25 Jahre her, dass der seit dem 1970 erfolgten
Zwangszusammenschluss von Eberswalde und Finow gültige Stadtnamen Eberswalde-Finow verändert wurde. Seit 1993 heißt die Stadt nur noch Eberswalde.