Für Unternehmen in der Region hat die Ausbildungs- und Studienbörse sogar an Bedeutung gewonnen. 96 Aussteller waren vertreten, im Jahr zuvor war es nur einer mehr. Noch bis 2018 nutzten das Samstagsformat meist 15 bis 20 Firmen weniger.
Baff sucht Bäderfachkräfte
Viele treibt die Suche nach einer Antwort auf den Fachkräftemangel her. Der Metallbetrieb Shufani etwa, seit 2014 in Seefeld am Markt, will erstmals ausbilden. "Wir wollen die Jugendlichen für das Handwerk begeistern und haben zugleich Industrie 4.0 zu bieten", wirbt Geschäftsführer Jhony Khoury um Nachwuchs. "Letztes Jahr haben wir keinen Azubi gefunden", berichtet er.  Nun versucht es die Firma, die Maschinen für die Klebebandindustrie konstruiert und baut, auf dem Berufemarkt. Ebenfalls zum ersten Mal ist das Freizeitbad Baff vertreten. "Wir hatten wirklich ein paar interessante Gespräche. Ich bin mir sicher, dass wir wenigstens zwei Interessenten wiedersehen", zeigt sich Horst Schaefer, Geschäftsführer der stadteigenen Technischen Werke und damit auch des Baff, das seit 2018 ausbilde, zufrieden. Die Ausbildung mit medizinischen und technischen Inhalten sei interessant, die Perspektive gut, sagt er. "Die Bäderbetriebe in Deutschland suchen Fachkräfte ohne Ende."
24.Berufemarkt im OSZ II Barnim

Bildergalerie 24.Berufemarkt im OSZ II Barnim

Besonders gefragt an den Ständen sind am Sonnabend Azubis, die aus erster Hand berichten können. Wie Mariella Maleca (17), angehende Pflegefachkraft bei Pro Seniore in Joachimsthal. "Ich fühle mich gut dabei, Menschen zu unterstützen, die ihr Leben nicht mehr selbst gestalten können", sagt sie. Auch die Vergütung stimme. Über ein "gutes Interesse" freut sich zumindest für diesen Tag ihre Praxisanleiterin Kathrin Pfau. Auf das Pflegeunternehmen kämen aber mit der im August anlaufenden generalisierten Pflegeausbildung auch Ungewissheiten zu. Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege werden nun in der Ausbildung zusammengefasst. Nach zwei von drei Lehrjahren können sich angehende Fachkräfte dann nochmals für eine der Richtungen entscheiden. "Die Frage, ob die Leute sich umentscheiden, wird spannend", sagt Kathrin Pfau.
Die Firmen wollen ihr selbst ausgebildetes Personal halten. Der Papierhersteller Leipa mit über 1000 Mitarbeitern in Schwedt etwa biete 90-prozentige Übernahmechancen, sagt Ausbilder Carsten Schröder. Er setzt bei der Nachwuchsgewinnung auch auf die Eltern und ist daher froh, dass der Berufemarkt samstags läuft. "So sind hier intensive Gespräche möglich", sagt er.
Minister entdeckt neue Berufe
In der Tat sind die meisten Jugendlichen mit ihren Eltern da. Auf eigene Faust wie Moritz Tucholke besuchen die Messe nur wenige. Er sehe sich nach dualen Studiengängen um, so beim Kammergericht, der Polizei oder beim PCK, sagt der 16-jährige Eberswalder. "Das Gute ist ja, dass hier regionale Unternehmen sind, man den direkten Kontakt und auch gleich einen Überblick hat, was es alles so gibt", findet er.
Das kann Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) nach einem reichlich zweistündigen Rundgang nur bestätigen. Ihn beeindrucke der Umfang der Angebote und die große Zahl derer, die sie wahrnehmen. "Ich selber habe heute mindestens ein Dutzend Berufe kennengelernt, von denen ich noch nicht gehört hatte", sagte Steinbach.