"Wir haben es geschafft: Das Geld für ein Auto, das behindertengerecht umgebaut werden kann, ist zusammen", jubelte Karin Nicodem, die wie etliche Unterstützer am 28. Oktober 2014 in der Märkischen Oderzeitung die Geschichte von Daniela Diedrich und ihrem schwerkranken Sohn Tobias aus Finowfurt gelesen hatte. Der heute 23-Jährige leidet seit seinem sechsten Lebensjahr unheilbar an Muskelschwund, ist längst auf den Rollstuhl sowie auf eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung angewiesen und verbringt die meiste Zeit in seinem Zimmer. Den Spendenaufruf hat eine enge Freundin der Familie initiiert.
"Die knapp 20 000 Euro, die für uns gesammelt wurden, haben für einen Opel Vitaro gereicht", berichtete Daniela Diedrich überglücklich. Das silbergraue Auto stehe bereits auf dem Hof und müsse noch mit einer Rampe und einer Hebevorrichtung ausgerüstet werden. Das Geld für den Umbau, zwischen 7000 und 8000 Euro, sei beim Grundsicherungsamt beantragt, sagte die alleinerziehende Mutter, die auf eine schnelle und positive Reaktion der Behörde hofft. "Denn ich will Tobi seinen großen Wunsch ermöglichen, mit seiner Schwester Christin und mir wenigstens noch einmal gemeinsam in den Urlaub an die Ostsee zu fahren", berichtete Daniela Diedrich, die über die Hilfsbereitschaft so vieler Unterstützer ungemein froh ist. Sie dankt zum Beispiel Karin Nicodem, die im Januar zu einer ersten Benefizveranstaltung in ihren Hundetreff Bellodrom eingeladen hatte. Überdies dem Vollblutmusiker Fritz Derkow, der als Alleinunterhalter vor dem Finowfurter Realmarkt und zusammen mit der Joachimsthaler Musiktherapeutin Heide Sommerfeld in der Eberswalder Rathauspassage bei insgesamt vier Auftritten mehr als 3500 Euro an Spenden ersungen hatte. Und Finowfurts evangelischem Pfarrer Ulf Haberkorn, der die Weihnachtskollekte von fast 1700 Euro Tobias gewidmet hatte, im Internet bei der Auswahl des Autos mitgeholfen und sie schließlich sogar noch selbst nach Dresden gefahren habe, um dort den Transporter abholen zu können.
Für Karin Nicodem, die Hausherrin auf dem Bellodrom und Inhaberin des Tierheims in Werbellin, ist die Spendenbereitschaft in der Region ermutigend. "Wir sind selbst auf jeden Euro für die Tierschutzarbeit angewiesen", sagte die Organisatorin des Frühlingsfestes, die bei der Feier eindringlich um die Übernahme von Patenschaften für schwer vermittelbare Hunde warb.