Im Rahmen seiner Tour durch alle brandenburgischen Landkreise und kreisfreien Städte machte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag auch Halt in Eberswalde, wo er das Unternehmen Finow Automotive besuchte. Zusammen mit Barnims Landrat Daniel Kurth, Geschäftsführer Andreas Florenkowsky sowie Vertretern der Stadt Eberswalde verschaffte sich Woidke einen persönlichen Überblick über die aktuelle Produktion des Automobilzulieferers, der dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.
„Das ist Hochtechnologie im Automotive-Bereich. Das ist ein Unternehmen, davon bin ich fest überzeugt, dass nicht nur hier in Eberswalde, sondern insgesamt für das Land Brandenburg weiter eine wichtige Rolle spielen wird“, hob der Ministerpräsident bei seinem Besuch hervor.

Zeitweise stillgelegte Produktion

Die Arbeitsbesuche des SPD-Politikers sollen auch dazu dienen, sich vor Ort über aktuelle Themen zu informieren sowie den Umgang mit der Corona-Pandemie zu diskutieren. Diese sorgte auch bei Finow Automotive für herausfordernde Monate. Grund hierfür war nicht zuletzt die zeitweise stillgelegte Produktion in zahlreichen Werken der Automobilindustrie. „Den kompletten April und Mai über war die Firma lahmgelegt,“ sagte Jacqueline Kramm, die als Leiterin Finanzen bei dem Automobilzulieferer tätig ist.
Mit Blick auf Fördermittel sei das Unternehmen häufig durch das Raster gefallen. Um vor allem in den Monaten April und Mai zu verzeichnenden Umsatzausfälle abzufedern, konnte jedoch zusammen mit der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und dem Wirtschaftsministerium ein Darlehen in Höhe von 1,8 Millionen Euro verhandelt werden, welches Anfang Juli ausgezahlt wurde. „Das hat uns wirklich geholfen“, betont Jacqueline Kramm.

210 Mitarbeiter an zwei Standorten

Nachdem auch das Sommerloch größtenteils überwunden ist, habe sich die Auftragslage wieder etwas erholt und die Produktion, die unter anderem die Herstellung von Rohren und Profilen umfasst, konnte wieder hochgefahren werden. „Wir entwickeln uns momentan wieder gut“, zeigt sich Kramm erleichtert. Die insgesamt 210 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, gut 40 davon in der 2017 gegründeten Niederlassung im thüringischen Haynrode, befänden sich derzeit aber noch in Kurzarbeit.
Um auch künftig flexibel auf Pandemie-bedingte Verkaufsrückgänge innerhalb der Automobilbranche reagieren zu können, will das Unternehmen auch weiterhin an dem Instrument festhalten und von der jüngst beschlossenen Verlängerung des Kurzarbeitergeldes Gebrauch machen.
Ministerpräsident Woidke besucht Finow Automotive

Autozulieferer Ministerpräsident Woidke besucht Finow Automotive

Hoffnungsträger E-Mobilität

Der Rundgang durch die Produktionshallen führte vorbei an haushohen Laserschneide-Anlagen, mit deren Hilfe etwa Dachrahmen für Autos gefertigt werden, sowie der größten Hydroform-Presse Europas. Besondere Aufmerksamkeit erregten aber nicht zuletzt Achskomponenten, die als Musterteile zur Demonstration bereit lagen.
Verbaut werden sie im 2019 vorgestellten Volkswagen ID.3. Bei dem Modell handelt es sich um das erste rein als Elektroauto konzipierte Auto im Sortiment des Wolfsburger Autoherstellers. Gut 300.000 Stück sollen alleine im kommenden Jahr gefertigt werden. „Das sind Stückzahlen, die uns natürlich auch beim Fortbestand helfen“, betonte Geschäftsführer Andreas Florenkowsky.

Optimistischer Ausblick

Längst unterliegt die Automobilbranche tiefgreifenden Veränderungsprozessen. Neben der zunehmenden Digitalisierung der Autos stellt vor allem die Entwicklung hin zu mehr E-Mobilität einen Umbruch dar. Ein Thema, auf das auch der Ministerpräsident bei seinem Besuch immer wieder zu sprechen kam.
Mit Blick auf Finow Automotive zeigte er sich in dieser Frage jedoch optimistisch. „Es geht hier um die Automobilität der Zukunft“, sagte Woidke im Anschluss an den Rundgang. Auch sei Brandenburg das Land der Mobilität der Zukunft. In Sachen Automobilität würde dabei auch Tesla helfen. Hinsichtlich des Eberswalder Unternehmens seien künftig wohl auch hier Geschäftsbeziehungen zu erwarten“, meint er.

Tour durch Brandenburg


Die Arbeitsbesuche von Ministerpräsident Dietmar Woidke sollen durch alle Landkreise und kreisfreien Städte führen. Vor seinem Besuch im Landkreis Barnim war Woidke bereits in den Städten Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel sowie in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Märkisch-Oderland, Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming zu Gast.

Es gehe ihm auch um den Dank und Anerkennung der Landesregierung an die kommunale Ebene für besonnenes und verantwortungsvolles Handeln in den vergangenen Monaten, so Woidke.

Die Besuche umfassen Gespräche mit den Landrätinnen und Landräten sowie Oberbürgermeistern. Auch soll sich in Unternehmen, Krankenhäusern oder sozialen Einrichtungen, die von der Pandemie betroffen sind, ein Bild vor Ort gemacht werden.