Mit der Null-Emissionsstrategie ist der Barnim Vorreiter in der kommunalen Energiepolitik in Brandenburg. Das bescheinigte Professor Klaus-Peter Schulze, Leiter des Bereichs Energiepolitik und Energiewirtschaft im Potsdamer Wirtschaftsministerium, dem Landkreis am Freitag.
Schulze war Gastredner auf dem 16. Bernauer Wirtschaftstag, zu dem das Barnimer Mittelstandshaus (BMH) und die Mittelstandsvereinigung der CDU - MIT eingeladen hatten. Die Energiepolitik von Land und Kreis war das Thema. Der Professor stellte die Energiestrategie 2030 des Landes vor. Herausforderungen dabei: "Wir haben viele erneuerbare Energien. Das Problem ist, dass das Stromnetz das nicht aushält." Deshalb setzt Potsdam weiter auf die Förderung von Braunkohle als Brückentechnologie.
Bis 2030 will das Land den Primärenergieverbrauch um etwa ein Fünftel senken. "Die Energiewende gelingt vor Ort nur, wenn die Bürger mitmachen", weiß Schulze. Doch der Widerstand in der Bevölkerung sei groß. Das sei an den rund 30 Bürgerinitiativen und -gruppen abzulesen, die gegen Windkraftanlagen, Starkstromleitungen, die Anwendung der CCS-Technologie und andere Energievorhaben protestieren.
Auch im Barnim gibt es eine Initiative, die die Ausweisung weiterer Windeignungsgebiete - unter anderem im Liepnitzwald - verhindern will. Landrat Bodo Ihrke (SPD) hat nur bedingt Verständnis dafür. Zurzeit sei 1,1 Prozent der nutzbaren Flächen im Landkreis mit Windrädern belegt. Um auf zwei Prozent zu kommen, müssten weitere Gebiete ausgewiesen werden. Ziel der Kreis-Initiative "Zukunft ist Erneuerbar" sei es, genug Energie zu produzieren, um den Landkreis damit zu versorgen. Der Kreis habe dafür genügend Ressourcen.
Auf rund eine Milliarde Euro schätzt der Landrat die Kosten, bis der Barnim am Ziel ist, sich mit Energie selbst zu versorgen. Die Kosten relativieren sich, wenn man einen Blick auf das Jahr 2007 wirft als der Barnim einen Jahresenergieverbrauch von 1,126 Millionen Megawattstunden hatte und dafür rund 140 Millionen Euro bezahlte.
Vier Jahre später betrug der Anteil erneuerbarer Energiegewinnung am Endenergieverbrauch gut ein Fünftel bei Wärme und etwas unter zwei Drittel bei Strom. Die Kohlendioxidbelastung ging fast um die Hälfte zurück. geschafft haben das Bioenergiedörfer und -höfe wie die in Buckow, Brodowin, Lanke und Hobrechtsfelde, die sich mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien versorgen. Für elf Millionen Euro wurden Schulen und Kitas energetisch saniert. Der Kreis fördert mit einem eigenen Programm alternative Wärmeanlagen.
Von Sabine Rakitin
Bernau (MOZ) Mit seiner Null-Emmissionsstrategie ist der Barnim Vorreiter in der kommunalen Energiepolitik in Brandenburg.Das bescheinigte Prof. Dr. Klaus-Peter Schulze, Leiter des Bereichs Energiepolitik und Energiewirtschaft im Potsdamer Wirtschaftsministerium, dem Landkreis am Freitag.
Schulze war Gastredner auf dem 16. Bernauer Wirtschaftstag, zu dem das Barnimer MittelstandsHaus (BMH) und die Mittelstandsvereinigung der CDU - MIT eingeladen hatten. Die Energiepolitik von Land und Kreis war das Thema. Der Bereichsleiter aus dem Wirtschaftsministerium stellte die Energiestrategie 2030 des Landes vor, hob Brandenburgs Rolle "als Schrittmacher beim Einsatz erneuerbarer Energien und als Eckpfeiler der Versorgungssicherheit in Deutschland" hervor, nannte aber auch die Herausforderungen, vor denen das Land steht: "Wir haben viele erneuerbare Energien. Das Problem ist, dass das Stromnetz das nicht aushält". Deshalb seien konventionelle Technologien, beispielsweise die Förderung von Braunkohle, als "Brücke" weiterhin erforderlich.
Bis 2030 will das Land den Primärenergieverbrauch um etwa 20 Prozent senken. "Die Energiewende gelingt vor Ort nur, wenn die Bürger mitmachen", weiß Schulze. So würden zwei Prozent der nutzbaren Landesfläche für Windenergieanlagen gebraucht. Das würde den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 40 Prozent erhöhen und eine zuverlässige und preisgünstige Energieversorgung gewährleisten. Doch der Widerstand in der Bevölkerung sei groß. Das sei unter anderem an den rund 30 Bürgerinitiativen und -gruppen abzulesen, die sich aus Protest gegen Windkraftanlagen, Starkstromleitungen, die Anwendung der CCS-Technologie und andere Vorhaben im Energiebereich gebildet hätten.
Auch im Barnim hat sich eine Initiative gebildet, die die Ausweisung weiterer Windeignungsgebiete - unter anderem im Liepnitzwald - verhindern will. Landrat Bodo Ihrke (SPD) hat nur bedingt Verständnis dafür. Zurzeit sei 1,1 Prozent der nutzbaren Flächen im Landkreis mit Windrädern belegt. Um auf zwei Prozent zu kommen, müssten weitere Gebiete ausgewiesen werden. Ziel der Kreis-Initiative "Zukunft ist ERNEUER:BAR" sei es, genug Energie zu produzieren, um den Landkreis damit zu versorgen. "Wir haben genügend Ressourcen, um dieses Ziel zu erreichen", zeigte sich Ihrke überzeugt.
Auf rund eine Milliarde Euro schätzt der Landrat die Kosten, bis der Barnim am Ziel ist, sich mit Energie selbst zu versorgen. Die Kosten relativieren sich, wenn man einen Blick auf das Jahr 2007 wirft als der Barnim einen Jahresenergieverbrauch von 1,126 Millionen Megawattstunden hatte und dafür rund 140 Millionen Euro bezahlte.
Vier Jahre später betrug der Anteil erneuerbarer Energiegewinnung am Endenergieverbrauch 21 Prozent (Wärme) und 61 Prozent (Strom). Die Kohlendioxidbelastung ging um 47 Prozent zurück. Ergebnis einer Reihe von Maßnahmen: So entstanden beispielsweise Bioenergiedörfer und -höfe, wie in Buckow, Brodowin, Lanke und Hobrechtsfelde, die sich eigenständig mit Strom und Wärme aus erneuerbarer Energiegewinnung versorgen. Für elf Millionen Euro wurden Schulen und Kitas energetisch saniert. Und der Kreis legte ein eigenes Programm zur Förderung alternativer Wärmeanlagen auf.