Im Gegenteil. „Die mikrobiologischen Werte sind sehr gut und auch die Sichttiefen der einzelnen Seen lagen bei mindestens einem Meter“, zog Beate Schmidt-Grimm, die Leiterin des Barnimer Gesundheitsamtes, eine positive Bilanz, nachdem die Ergebnisse aus den Laboruntersuchungen für die kontrollierten Seen vorlagen.
Die offizielle Badessaison beginnt am 15. Mai und dauert dann bis zum 15. September. In dieser Zeit werden die Badegewässer in monatlichen Abständen regelmäßig kontrolliert. „In erster Linie werden mikrobiologische Idikatorkeime bestimmt“, erläutert Schmidt-Grimm. Die jeweiligen Untersuchungsergebnisse geben einen Hinweis auf eine mögliche fäkale Verunreinigung des Gewässers. Dann können auch Krankheitserreger vorhanden sein, so dass eine gesundheitliche Gefahr für die Badenden nicht ausgeschlossen werden kann. Solche Indikatorkeime sind Bakterien wie Escherichia coli und Enterokokken.
Die Ergebnisse der untersuchten Badestellen können übrigens im Internet eingesehen werden. Veröffentlicht werden sie auf der Internet-Badestellenkarte des Landes unter www.mugv.brandenburg.de. Aus dem Barnim sind dort folgende Seen, teilweise mit mehreren Badestellen, verzeichnet: Bernsteinsee, Gamensee, Gorinsee, Grimnitzsee, Großer Wukensee, Liepnitzsee, Obersee, Parsteiner See, Ruhlesee, Stolzenhagener See, Üdersee, Wandlitzsee und der Werbellinsee. Diese Seen werden aufgrund der Badegewässerverordnung nach EU-Richtlinien untersucht.
Bei den monatlichen Kontrollen wird auch die Sichttiefe der Seen bestimmt und der pH-Wert gemessen. „Die Ermittlung der Sichttiefe ist insofern wichtig, weil bei Werten unter einem halben Meter eventuell notwendige Rettungsmaßnahmen erschwert werden können“, sagt Beate Schmitt-Grimm.
Eine außergewöhnlich geringe Sichttiefe deute zudem meist auf eine erhöhte Algenbelastung hin. Mit einer Sichttiefe von mindestens einem Meter zeigten sich die genannten Seen zum Saisonauftakt in guter Verfassung. Die Wassertemperaturen lagen im Durchschnitt bei 16,6 Grad Celsius. Die niedrigste Temperatur wurde mit 14,1 Grad im Werbellinsee an der Europäischen Jugenderholungs- und Begegnungsstätte gemessen. Spitzenreiter war der Gorinsee bei Schönwalde, der am Probentag bereits mit verführerischen 
20 Grad aufwartete.
Nicht nur das Wasser der einzelnen Seen wird untersucht. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts nehmen auch die Badestelle insgesamt in Augenschein. Dabei wird auf die hygienischen Aspekte ebenso geachtet wie auf die Ordnung und Sauberkeit und auf mögliche Unfallquellen.
Naturgemäß gibt es zu Beginn einer Saison in den Gewässern nur selten Probleme. Meist treten diese erst mit steigenden Temperaturen und der zunehmenden Belastung auf. Steigen die Werte an, muss aber nicht in jedem Fall ein Badesee gesperrt werden. Eine Art Frühwarnsystem informiert zum Beispiel über zeitweise Grenzwertüberschreitungen, auch wenn diese noch nicht zu einer Einschränkung des Badens führen müssen. Dies war im vergangenen Jahr an drei Badestellen bei Brandenburg an der Havel, im Landkreis Potsdam Mittelmark und im Kreis Dahme-Spreewald der Fall, so die Angaben des Umweltministeriums. Im Barnim, so Schmidt- Grimm, mussten das letzte Mal zwei Seen im Jahr 2003 gesperrt werden.
Im vergangenen Jahr überstanden landesweit von 258 Badeseen 249 die gesamte Saison, heißt es dort weiter. Das heißt, 249 Badestellen erfüllten auch am 15. September noch die Qualitätskriterien der EU.
Neben den größeren Badestellen, die unter die EU-Richtlinien fallen, kontrolliert das Barnimer Gesundheitsamt in seinem Bereich auch weitere kleinere Badestellen, so Schmidt-Grimm. Die Ergebnisse von diesen Untersuchungen werden auf der Intenetseite des Kreises (www.barnim.de) ebenfalls zu sehen sein.
Neu auf der Badestellenkarte des Landes ist in diesem Jahr, dass jeder See mit einem sogenannten Badegewässerprofil ausgestattet wird.