Zwischen gotischen, mit Strahlern ausgeleuchteten Kreuzrippen spachteln Arbeiter in roter Schutzkleidung und mit Masken über dem Gesicht Brandrückstände von den Oberflächen.
Die Reinigung der mit Ruß überzogenen Gewölbedecke sei bereits fortgeschritten, erklärt Pfarrer Hanns-Peter Giering. Von der Decke ausgehend werde sich dabei in das Innere des Kirchenbaus voran gearbeitet.

Anleitung durch Restauratoren

Wie sensibel dabei vorgegangen werden muss, zeigte bereits die aufwendige Vorbereitung. Um die Brandrückstände möglichst materialschonend entfernen zu können, wurden verschiedene Verfahrensweisen unter Anleitung von Restauratoren erprobt. Unter anderem wurde mit Latexauftragungen experimentiert, die den Ruß binden sollen. Da durch das Abziehen der Schichten ein nur relativ unebenes Ergebnis erzielt wurde, kommt das Verfahren allerdings bloß an wenigen Stellen zum Einsatz.
Der größte Teil der betroffenen Flächen wird hingegen abgespachtelt. Ein arbeitsaufwendiger Prozess, der ebenfalls nicht frei von Komplikationen sei, wie Giering erklärt. Zwangsläufig würden auch oben aufliegende Farbschichten entfernt. "Diese werden dann neu aufgetragen."
Die Frage, wie viel Zeit für die gesamte Prozedur benötigt wird, sei nur schwer zu beantworten. So stieß man während der Restaurierungsarbeiten etwa auf einen bislang verdeckten Fußboden aus dem Mittelalter. Gefundene Pfeifenstiele, Münzen und Speisereste, darunter eine Austernschale, legen nahe, dass sich dort einst eine Ratsherrenloge befand. "Da kann es also viel Überraschendes geben", sagt Giering. Veranschlagt seien für die Grundreinigung aber drei Monate. "Und im Moment sieht es danach aus, dass sie tatsächlich bis Ende August abgeschlossen sein kann."
Das derzeit aufgebaute Gerüst soll dann allerdings nicht sofort abmontiert werden. Vielmehr wird es für weitere Baumaßnahmen genutzt, die nicht direkt im Zusammenhang mit dem Brand stehen. Hierzu gehört etwa die Installation einer neuen Beleuchtungsanlage, verschiedene Risssanierungen sowie die Bearbeitung der Bleiverglasung. "Es gibt einige Dinge, die jetzt noch passieren müssen." Um die notwendige Finanzierung der zusätzlichen Maßnahmen in Augenschein zu  nehmen, traf sich am Mittwoch bereits eine entsprechende Planungsrunde mit Vertretern des Kirchlichen Bauamtes, des Kirchenkreises und Gemeindevertretern. Eine Planungsfirma erläuterte dabei die vorläufige Kostenschätzung, die derzeit eine Summe von 413.000 Euro vorsehe, so Giering.

65.000 Euro an Spenden für Beleuchtungsanlage

Alleine für die Beleuchtungsanlage seien bereits 65.000 Euro an Spenden zusammengekommen, sagt der Pfarrer. "Darüber sind wir sehr, sehr dankbar." Hinzu kommen Rücklagen der Kirchengemeinde von etwa 100.000 Euro sowie der Einsatz verschiedener Fördermittel. Positive Signale gebe es hierbei nicht nur von der Stadt Eberswalde, sondern auch seitens des brandenburgischen Kultusministeriums. "Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Anträge zu stellen."
Viele Projekte, die entsprechend viel Zeit in Anspruch nehmen. Ob die für den Moment in der Johanniskirche stattfindenden Gottesdienste bis Weihnachten wieder in der gotischen Backsteinkirche abgehalten werden können, sei daher fraglich. Er hoffe aber auf nächstes Jahr, meint Giering. "Im Augenblick wird uns da viel Geduld abverlangt."