Die Idee, sagt der Eberswalder Geschäftsmann, sei schon 2009 gereift. Zudem habe ihn das Freibad, das bis 1990 in Betrieb war, einen Teil seines Lebens begleitet. „Ich hab hier Schwimmen gelernt und war bis zum Schluss Rettungsschwimmer. Das war eine schöne Sache“, kommt der 47-jährige noch heute ins Schwärmen.
Rund 2,8 Millionen Euro wird sein ehrgeiziges Projekt kosten. Zurzeit befindet sich es noch in der Vorplanung. „Die Finanzierung über meine Hausbank steht. Ansonsten läuft alles auf eigenes Risiko“, erklärt Alf Dürre. Im Moment sei er dabei den Fördermittelantrag auszuarbeiten. Sommer nächsten Jahres will Dürre auf jeden Fall los legen. „Zu meinem 50. Geburtstag soll alles fertig sein. Damit will ich mir das größte Geschenk gleich selbst bereiten“, zeigt sich Alf Dürre optimistisch. Ein Großteil der Bauarbeiten kann er selbst bewältigen. 1997 hat der gelernte Elektromaschinenbauer seine eigene Baufirma gegründet, die heute noch volle Geschäftsbücher aufweist. Unterstützung wird es auch von seiner Familie geben. Dürres haben zehn Jahre den „Ratskeller“ geleitet, 18 Jahre den „Ollen Grabow“ geführt.
Untätig ist Alf Dürre in seinem künftigen Reich am Finowkanal dennoch nicht. Der Imbiss, der schon zu DDR-Zeiten in Betrieb war, wird seit gut vier Wochen wieder auf Vordermann gebracht. Voraussichtlich nächstes Wochenende soll er wieder geöffnet werden. „Man glaubt gar nicht, wie viel Fahrradfahrer und Wanderer auf dem Treidelweg entlang des Finowkanals unterwegs sind“, sagt der Geschäftsmann, der die Marktlücke längst für sich entdeckt hat. An Schaulustigen, die sich für die Baupläne des Eberswalders interessieren, mangelt es ebenfalls nicht.
Mit dem Denkmalschutz ist sich Alf Dürre inzwischen ebenfalls einig geworden. Die schützenswerten Umkleidekabinen wird er in die zehn Ferienwohnungen, die er dort geplant hat, integrieren. Ein Schwimmbecken darf er zuschütten. Das zweite 1750 Quadratmeter große Becken wird so saniert, dass es selbst im tiefsten Winter als Eislauffläche taugt.
Die größte Herausforderung aber wird der Bau der Marina mit Anlegestegen und Bootshalle sein. Der Finowkanal muss dazu durchbrochen werden, eine Brücke den Treidelweg verbinden. „Am Hafenbecken wird auch eine Werfthalle und Gaststätte stehen. Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude mit großer Dachterrasse und Blick auf den Hafen oder den Kanal“, ist sich Alf Dürre noch nicht so ganz schlüssig. Der Kran für die Slipanlage ist schon da. Bis zu 20 Tonnen können dort am Haken hängen. „Ich bin selbst Bootsfahrer und weiß, was in so einer Marina gebraucht wird“, sagt Alf Dürre
Ein rund 10 000 Quadratmeter großer Campingplatz soll das Angebot am Finowkanal abrunden.