Erst Bernau und Biesenthal, dann Eberswalde. Albrecht Gerber, Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Energie, kam am Mittwochnachmittag zu Besuch in den Oberbarnim. Beim Fahrzeugteilehersteller Finow Automotive erkundigte er sich danach, „wie es läuft und was man noch tun könnte“.
Nach einer kurzen Besichtigung der Fertigungshallen ging es den beiden führenden Köpfen des Unternehmens, Geschäftsführer Hagen Hänelt, und Gesellschafter Patrick von Hertzberg, im Gespräch mit dem Minister vor allem darum, zu erörtern, wie sie ihren Standort weiterhin erfolgreich betreiben können. Neben Eberswalde mit 180 Mitarbeitern gibt es einen zweiten noch im Aufbau befindlichen in Haynrode (Thüringen). Man sei „recht gut ausgelastet“. 30 Millionen Euro mache das Unternehmen jährlich Umsatz und schreibe schwarze Zahlen.
Besonders Themen wie die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte sowie hohe Energiekosten würden das Unternehmen zuweilen in Bedrängnis bringen. Im Nachbarland Polen allein würde man auf weit günstigere Strompreise treffen, so Albrecht Gerber. Ein Problem also. Auch die Infrastruktur in der Region spiele eine Rolle, sagte Patrick von Hertzberg. Deshalb wünsche man sich den Ausbau der B 167. Letztendlich vereinfache eine gute Anbindung auch die Akquise von Mitarbeitern aus dem Norden Berlins, so Hänelt.
„Es gibt auch noch Kapazitäten, die noch nicht gehoben sind“, sagte Patrick von Hertzberg. So meinte er, dass auch die zweite Generation arbeitsferner Familien und Geflüchtete dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt werden sollten. Albrecht Gerber zeigte Verständnis und hatte auch einen Rat. Aus seiner Erfahrung seien mittelständische Unternehmen dazu übergegangen, ihren Radius bei der Suche nach Fachkräften zu verkleinern, dafür aber zu intensivieren. Und das durchaus mit Erfolg.  Das Land, so Gerber, könne vor allem bei der Modernisierung des Unternehmens selbst helfen. Damit sei man auch bislang sehr zufrieden, so Hagen Hänelt. Das weitere Gespräch führten die die Automotive-Chefs mit dem Minister allein weiter.