"Das ist schon spannend hier", sagt Kilian Haß. Anstelle des Unterrichts am Humboldt-Gymnasium nutzt der Achtklässler am Donnerstag die Gelegenheit, in dem Traditionsunternehmen, heute Zweigniederlassung der Kirow Ardelt GmbH, hinter die Kulissen zu sehen - am Zukunftstag können Schüler der siebenten bis zwölften Klassen unterschiedliche Berufe kennenlernen.
In Eberswalde hätten sich auch Vorlesungen an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) angeboten, weiß Kilian. "Aber ich weiß noch nicht, was ich mal machen soll und wollte mehr über Berufe erfahren." Außerdem, sagt der 13-jährige Finowfurter, fahre er am Kranbau täglich mit dem Bus vorbei. "Ich wollte immer schon mal wissen, was hier passiert." Unter den acht Jungs, die sich am Zukunftstag im Betrieb umsehen, ist auch Anton Götz. Nach dem Abi wolle er studieren, erklärt der 14-Jährige. "Aber ich weiß auch noch nicht, in welche Richtung das mal geht." Für Technik habe er sich schon immer interessiert.
Die Technik ist es auch, die beim Betriebsrundgang Eindruck auf die Jugendlichen macht. Am Deckenkran fährt eine vorgebohrte Elektrowand am Haken durch die Halle. Ein Mittelspannungstrafo, bestimmt für Murmansk, ist zu bestaunen. Außer dem Brester Fahrhaus stehen weitere Container in der Halle. "Wir kriegen hier langsam ein Platzproblem", sagt Diplom-Ingenieur Roland Smoljuk. Dabei seien zwei Container gerade erst über Wilhelmshaven nach Tunesien verschifft worden. "Die Auftragslage ist im Moment sehr gut." Smoljuk führt die Gruppe am Donnerstag durch die Hallen. Der Leiter der Elektrofertigung ist für die Ausbildung im Kranbau zuständig. Das Unternehmen bildet in verschiedenen Zweigen aus, etwa Mechatroniker. Auch Studierende können Praktika ablegen.
Am Zukunftstag beteilige sich das Unternehmen aber nicht, um Nachwuchs zu rekrutieren. "Wir sehen das als gesamtgesellschaftliche Aufgabe", sagt er. Die Jugendlichen sollen einfach mal sehen können, wie es in der Arbeitswelt zugeht.
Das war am Donnerstag an insgesamt 17 Standorten im Oberbarnim möglich. Über 60 Schüler waren allein in der HNE angemeldet, um sich über Studiengänge in Eberswalde zu informieren, 70 im Werner-Forßmann-Krankenhaus. Unter anderem ein Steuerberater, ein Friseur, ein Hotel und die Berufsfeuerwehr boten den Schnuppertag in der Arbeitswelt an.