Die Preiskurve geht steil nach oben, macht Mandy Schmalz, Leiterin der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, die Entwicklung an einer Grafik deutlich. Schon seit zwei, drei Jahren würden im Barnim die Bodenwerte kräftig ansteigen. 2016 habe sich dieser Trend noch einmal verstärkt, die Preise seien förmlich explodiert - vor allem im Speckgürtel von Berlin. Besonders betroffen seien also die direkt an die Hauptstadt angrenzenden Gemeinden Ahrensfelde und Panketal sowie der Südbarnim (mit Bernau, Wandlitz und Werneuchen).
Im "weiteren Metropolenraum", wozu die Kreisstadt Eberswalde gehört, seien hingegen nur leichte Erhöhungen oder ein konstantes Niveau zu verzeichnen. So gebe es innerhalb des Kreises ein extremes Preisgefälle. Je weiter weg von Berlin, desto günstiger sind die Grundstücke. Die Bodenrichtwerte für Bauland liegen per 31. Dezember in einer Spanne von fünf Euro pro Quadratmeter in Neugrimnitz (Gemeinde Althüttendorf) bis 180 Euro in der Kolonie Gehrenberge in Schwanebeck (Gemeinde Panketal). Allein diese zwei Zahlen würden den Niveauunterschied verdeutlichen.
Mit 180 Euro markiere Panketal also aktuell den absoluten Rekordwert. Wobei Schmalz einschränkt, dass bei dieser Betrachtung die Wassergrundstücke am Wandlitzsee (dort sind bis 260 Euro zu berappen) außen vor blieben. Das Wohngebiet Gehrenberge habe innerhalb eines Jahres eine Steigerung im Bodenwert von 80 Prozent erfahren. Auch dies sei ein Spitzenwert. Zu den teuersten Wohnlagen im Oberbarnim gehört eine Anlage in Altenhof am Werbellinsee, deren Wert sich in 2016 von 65 Euro auf 95 Euro/Quadratmeter erhöhte. Wer in Eberswalde Nord-end oder Südend bauen will, muss unterdessen mit 75 Euro rechnen.
Für den aktuellen Bericht hat der Gutachterausschuss 940 Kaufverträge für Bauland sowie 130 Kaufverträge für land- und forstwirtschaftliche Flächen ausgewertet. Es wurden 327 Bodenrichtwerte beschlossen: 269 für Wohn- und gemischte Bauflächen, 24 für gewerbliche, 29 für Sonderbauflächen sowie fünf für Land- und Forstwirtschaft. Etwa 60 Prozent der Werte seien gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Ursache für die beinahe schon astronomischen Preise und die Wertsteigerung sind laut Mandy Schmalz eben die Nähe zu Berlin (etwa zu Buch - mit Klinikum und Campus ein großer Arbeitgeber), der "enorme Siedlungsdruck auf den Barnim" und infolgedessen eine zunehmende Knappheit an Bauland. Gerade an der Grenze zur Hauptstadt seien Grundstücke längst zur Mangelware geworden. Einige Gemeinden, wie Panketal, hätten kaum mehr Möglichkeiten, noch neue Eigenheim- bzw. Wohnungsbaustandorte auszuweisen.
Im vorigen Jahr sei deshalb schon eine verstärkte Nachfrage nach bebauten Grundstücken zu verzeichnen gewesen - sozusagen als Alternative. "Viele kaufen inzwischen ein Grundstück mit Bungalow oder einem alten Häuschen und reißen das dann ab, um ihren Traum vom neuen Eigenheim zu verwirklichen", stellt Schmalz in Auswertung der Verträge fest. Zudem sei eine Verlagerung zu beobachten. Aufgrund der Engpässe an Bauland und der hohen Preise im Südwesten erfahren zunehmend Gemeinden in der "zweiten Reihe" Zuspruch, etwa Finowfurt. Und Schmalz vermutet: Die Entwicklung wird sich 2017 fortsetzen.
Dafür sprächen allein die Projekte, die die Kommunen bereits angeschoben haben oder die in Planung sind. In Bernau entstehen beispielsweise gerade mehrere hundert Wohnungen am Schönfelder Weg. Im Ortsteil Schönow wird ein neuer Eigenheimstandort entwickelt. In Eberswalde beginnen in Kürze die Erschließungsarbeiten für die Siedlungen "Ostender Höhen" (3. Bauabschnitt) sowie "Barnimhöhe".
Ab Mitte März sind die Bodenrichtwerte unter www.boris-bran denburg.de kostenfrei einsehbar.