Anderthalb Jahre sind die Verhandlungen zwischen E.dis und der Development & Consulting GmbH in Hildesheim gelaufen. Auf das Gelände war der geschäftsführende Gesellschafter Joachim Nothdurft von einem befreundeten Projektentwickler aufmerksam gemacht worden. "Das ist eine sehr interessante Fläche, die sich gut entwickeln lässt", sagt Nothdurft.
Was aus den rund 21 000 Quadratmetern werden soll, darüber hat der 58-Jährige auch schon ganz konkrete Vorstellungen. Auf der Fläche zur Heegermühler Straße hin soll ein Fachmarktzentrum mit Lebensmitteln und Nonfood-Bereich entstehen. "Wir wollen dort auch Ärzte und eine Apotheke ansiedeln", erklärt der 58-Jährige. Kurz, ein Versorgungs- und Dienstleistungsangebot auf rund 11 000 Quadratmetern, das genau in den Stadtteil passt. Der Baukörper soll keine 0815er Bauweise erhalten, sondern vom Material her an das Holz der Waldstadt Eberswalde anknüpfen, das Ganze aber im durchaus modernen Stil.
Der zweite Teil des Geländes soll dem Wohnungsbau vorbehalten bleiben. Der Hildesheimer Bauträger favorisiert dabei die Errichtung von Eigenheimen, die sich in den Stadtteil einfügen und vom Preis her vor allem für junge Familien interessant sind. "Westend ist eine sehr schöne Wohngegend, in der Nähe zum Bahnhof und das Obusnetz faktisch vor der Haustür", beschreibt Nothdurft das Umfeld, das er sich bei Rundgängen durch das Wohngebiet ganz genau angesehen hat. Für wie viele Häuser Platz sein wird, kann der Geschäftsmann noch nicht sagen. "Das wird vom Bedarf abhängen, er noch ermittelt werden", erklärt der Hildesheimer.
Im Moment ist er dabei, den Bebauungsplan zu entwickeln. Unterstützung dabei gibt es von der Stadt. Über die Zusammenarbeit mit der Verwaltung weiß Nothdurft nur Gutes zu berichten. Denn schon am 23. Mai soll ein großes Bauschild aufgestellt werden, das Anwohnern und Interessenten signalisiert: "Hier passiert etwas". Die genauen Baupläne und Details für das Westendcenter, so der Arbeitstitel des neuen Projekts, sollen im Mai sowohl dem Fachausschuss als auch der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt werden. Stimmen die den Plänen der Development & Consulting GmbH zu, kann im Sommer mit den ersten Arbeiten begonnen werden. Vorgesehen ist zunächst der Abriss der einstigen Fabrikgebäude. Die Genehmigung der Denkmalbehörde für den Rückbau hat sich Joachim Nothdurft schon eingeholt. Mit den Baumaßnahmen selbst soll im Sommer nächsten Jahres begonnen werden.
"Wir sind sehr froh, dass wir einen Investor für das Gelände gefunden haben. Die Brachfläche des einstigen Elektrizitätswerkes in Westend hat nahezu auf jeder Einwohnerversammlung für Zündstoff gesorgt", sagt Bürgermeister Friedhelm Boginski. Zudem bringt das Hildesheimer Unternehmen reichlich Erfahrungen mit. Am Markt ist es seit 14 Jahren. Die Palette reicht von Projektentwicklung über Planung bis zur Realisierung von Bauvorhaben.