Ob Amtsinhaber Dietmar Woidke (SPD), Michael Schierack (CDU) oder Christian Görke (Die Linke) den Brandbrief aus dem Barnim zugeschickt bekommen, wird sich am 14. September, dem Tag des Urnenganges, zeigen. Dann steht auch fest, ob Danko Jur die wichtige Post als frisch gekürter Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis 13 selbst nach Potsdam mitnehmen kann oder andere Wege finden muss.
Sogar seine ranghöchste Parteifreundin, die Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat der Initiator der Petition auf das Damoklesschwert aufmerksam gemacht, dass über dem unter Denkmalschutz stehenden Finowkanal schwebt. Bei der öffentlichen Übergabe des Briefes an sie auf dem Eberswalder Marktplatz schauten 2000 Besucher der CDU-Kundgebung zu.
"Das Thema ist mir viel zu wichtig, um damit nur Wahlkampf zu machen", sagt Danko Jur, der auch außerhalb des Landtages gut ausgelastet ist -als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, CDU-Stadtverordneter in Eberswalde, Präsident des FV Preussen und Vorsitzender des Stadtteilvereins Westend. Überdies mischt der Eberswalder im Verein "Unser Finowkanal" mit, der sich vor allem um den Erhalt der zwölf historischen Schleusen zwischen Ruhlsdorf und Liepe einsetzt.
Der Vorsitzende des Vereins "Unser Finowkanal", Prof. Hartmut Ginnow-Merkert aus Finowfurt, findet den Vorstoß von Danko Jur in jeder Hinsicht unterstützenswert und ruft alle an einer wirtschaftlichen Entwicklung des Barnim Interessierten dazu auf, die Petition zu unterschreiben. Der Zustand der Schleusen sei kritisch. "Sobald die erste Schleuse aus Sicherheitsgründen gesperrt wird, ist der Finowkanal eine Sackgasse und die so attraktive Runde über den alten Finowkanal, das Schiffshebewerk und den Oder-Havel-Kanal ist nicht mehr nutzbar", warnt Hartmut Ginnow-Merkert. Fatal sei, dass zuletzt noch die Brandenburger Landesregierung kürzlich den Wassertourismus komplett aus ihrer Prioritätenliste gestrichen habe - mit der fatalen Folge, dass EU-Fördermittel etwa für die Sanierung und den Erhalt der Schleusen künftig noch schwieriger zu erhalten seien als jemals zuvor. Auch die Bundesregierung habe die Mittel für den Finowkanal auf Null gekürzt, "Ohne Schleusen kein Wassertourismus auf dem Finowkanal, und ohne Wassertourismus keine wirtschaftliche Entwicklung, keine neuen Arbeitsplätze und kein Zuzug in unsere Region", betont der Vorsitzende des Vereins "Unser Finowkanal". Die letzte Chance, diese Entscheidung rückgängig zu machen, sei eine Petition an den Brandenburger Landtag.
In dem Brandbrief steht die Forderung, dass der Finowkanal als durchgängig schiffbare Wasserstraße für motorisierte und muskelbetriebene Boote erhalten werden müsse, "Der Finowkanal ist mit seinen ansässigen Unternehmen, Betrieben und Initiativen ein Stützpfeiler für die Wirtschaftsentwicklung der gesamten Region und ist Naherholungsgebiet für Einwohner und Touristen. Wir wollen die bestehenden Potentiale nutzen", heißt es auf der Unterschriftensammlung, die unter anderem im Eberswalder Rathaus, im Paul-Wunderlich-Haus, dem Sitz der Barnimer Kreisverwaltung, und in vielen Geschäften ausliegt. "Wir sammeln so lange weiter, bis wir ein eindrucksvolles Druckmittel in der Hand haben", kündigt Danko Jur an.
Die Unterzeichner rufen den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg dazu auf, sich deutlich zum Finowkanal und seiner touristischen und wirtschaftlichen Bedeutung zu bekennen. Es gehe darum, die wirtschaftsnahe Infrastruktur in der Finowkanalregion zu fördern, dafür alle denkbar möglichen Förderoptionen auf Kommunal-, Landes-, Bundes- und EU-Ebene zu nutzen und damit die Förderfähigkeit der Wassertourismusprojekte im Land Brandenburg sicherzustellen.