Etwa 1500 Barnimer nutzen am Dienstag die Möglichkeit im Eberswalder Fritz-Lesch-Stadion das Sportabzeichen in einer der drei Stufen Gold, Silber oder Bronze ablegen zu können. Neben dem sportlichen Teil bekamen die Teilnehmer auch jede Menge Unterhaltung geboten.
„So zwei, drei Grad hätte es schon wärmer sein können, aber dafür ist die Stimmung total heiß“, stellte Ron Jordan, Geschäftsführer des Kreissportbundes kurz nach der Eröffnung der Sportabzeichen-Tour fest. Mit dieser Einschätzung lag er nicht daneben, überall im Fritz-Lesch-Stadion war Bewegung und der Spaß der Teilnehmer nicht zu übersehen. „Können wir mit Dir ein Foto machen?“, diese Frage wurde Miriam Höller, Stuntfrau, Model und Moderatorin laufend gestellt und jedesmal lautetet die freundliche Antwort: „Na klar“. Mit ihren 1,84 Metern Körpergröße war sie auch nicht zu übersehen. „Das ist doch auch Sinn und Zweck der Sportabzeichen-Tour, Spaß am Sport zu vermitteln“, sagte die 31-Jährige, der man dieses Alter nicht glauben mag. Mindestens zehn Jahre würde man schätzen.
Gleich mit fünf Bussen mussten die Teilnehmer am Sportabzeichen von der Grundschule Grüntal ins Lesch-Stadion gefahren werden. Von den 266 Schülern sind 228 heute hier“, berichtete die Klassenlehrerin der 3b, Beate Behrend. Mit viel Begeisterung gingen ihre Schüler an den Start. „Sport wird an der Schule groß geschrieben. Wir haben sechs AG’s und die werden sehr gut angenommen“, erzählte Frank Bender, Vorsitzender der Elterkonferenz, der jeden seiner Schützlinge lautstark anfeuerte.
Einen persönlichen Wettkampf stritten Aaron Löffler und und Wilhem Buch vom Gymnasium Finow aus. Eine Zehntelsekunde (14,4) war der 15-Jährige Wilhelm schneller über die 100 m als sein Klassenkamerad und der Jubel entsprechend groß. „Das biegen wir in anderen Disziplinen wieder gerade“, sagte der 14-Jährige Kanute voller Überzeugung. Fast ein Heimspiel war es für die Finower, denn die Elftklässler betreuten viele der Stände im Stadion. „Klasse, dass sie so gut mitziehen, sonst wäre das nicht zu schaffen“, lobte Sebastian Schmidt vom KSB.
„Zum einen macht es Spaß, zum anderen bekommen wir so etwas Geld für unsere Abiball-Kasse“, verrieten die beiden 17-jährigen Helfer Patricia und Laura. Beim menschlichen Tischkicker waren sie im Dauerstress, bis sie eine unvorhergesehene Pause einschieben durften. „Der Ball ist kaputt, aber ein neuer komm gleich“, trösteten sie die lange Warteschlange.
„Und los, richtig durchziehen“, rief Frank Busemann seinen Mitstreitern über die 50-m-Strecke immer wieder zu. „So dreizig bis vierzig Mal halte ich das durch, aber dann bin auch ich kaputt“, sagte der ehemalige Weltklasse-Zehnkämpfer im Ziel lachend.
Einige Förderschulen beteiligten sich an der Sportabzeichen-Tour. „Wir sind mit drei Klassen gekommen, Sport spiel bei uns eine große Rolle“, sagte Lehrer Sebastian Baltes von der Märkischen Schule Eberswalde. „Die Anforderungen sind schon mächtig hart für unsere Schüler, aber jeder bekommt eine Urkunde und eine Medaille, das ist das Größte für unsere Schüler“, fügte Kristin Wall hinzu.
Auch persönliche Rekorde purzelten. „8,10 Meter im Kugelstoßen, sonst lag ich immer so um die sieben Meter“, stellte der 14-Jährige Kevin Rünger von der Oberschule Klosterfelde verdutzt fest. Mit Wohlwollen nahm es Peter Biermann zur Kenntnis. Seit zwei Jahren ist er Sportlehrer an der Schule. Nach seinem Triumph bei der Weltmeisterschaft im Karate wurde er gefragt, ob er sich das zutrauen würde und er sagte zu. „Das habe ich bis heute nicht bereut“, erklärte der erfolgreiche Karateka lachend und seine Schützlinge ebenso wenig.
„Wir haben alle Barnimer Vereine angeschrieben, ob sie sich im Rahmen des Sportabzeichens vorstellen wollen. Einer hat sich gemeldet“, erzählte Ron Jordan wohl wissentlich, dass der Dienstag ein schwieriges Pflaster dafür ist. Doch Andreas Gdanitz hatte weder Kosten noch Mühen gescheut die neue Bogensportabteilung des Schützenverein Stolzenhagen vorzustellen. „Trotzdem wir uns erst im November vorigen Jahres gegründet haben, haben wir bei der Landesmeisterschaft gut abgeschnitten“, erklärte der Schwedter, der extra des Trainings wegen einmal in der Woche von Schwedt nach Stolzenhagen pendelt.
Mit die weiteste Anreise nach Eberswalde hatten die Teilnehmer der Grundschule am Blumenhag. „Wir sind mit etwa 70 Kindern der dritten bis sechsten Klassen hier“, berichtete Sportlehrer Sven Kämpfe. Zusammen mit seinen Kollegen Julia Bröker und Christian Meyer motivierte er die Bernauer zu Höchstleistungen. „Zusätzlich trainieren mussten wir nicht, unser Unterricht ist das schon ausreichend genug“, erklärte Julia Bröker lachend.

STIMMEN

Gerd Schönfelder, Sportabzeichen-Botschafter und 16-facher Paralympics-Sieger im Ski-Rennfahren: „Es ist richtig gut organisiert hier. Neben dem Sportabzeichen-Teil haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich auch anderweitig zu betätigen. Das fördert den Spaß am Sport und ist auch das Ziel der Veranstaltung.“

Romy Wunderlich und Martin Falk, Betreuer Kleine Grundschule Groß Schönebeck: „Wir sind mit 21 Kindern der dritten bis sechsten Klasse von unseren gesamt 100 Schülern hier. Es ist schon klasse, was die Kinder hier alles so machen können. Besonders gefielen der menschliche Tischkicker und die Kletterwand.“

Ronny Molkentin, Vater Grundschule Finow: „Es haben Begleitergefehlt, da bin ich spontan eingesprungen. Unsere Kinder sind alle sehr sportlich, da sehe ich keine großen Probleme bei den Sportabzeichen.“

Katharina Hartmann, Lehrerin Förderschule Regina Hildebrandt Erkner: „Wenn die Sonne schon nicht scheint, bringen wir mit unseren strahlend gelben Trikots etwas Licht nach Eberswalde. Wir freuen uns, dass wir eingeladen wurden und unsere Schüler haben hier jede Menge Spaß bei den vielen Stationen.“

Katharina Schmidt, Lehrerin Goethe-Schule Eberswalde: „Wir hatten ausgemacht, dass alle bei den Disziplinen mitmachen. Und so musste ich auch ran – nach 10 Jahren der erste Weitsprung. (lacht) Ich denke, bei dem riesigen Angebot kommt jeder auf seine Kosten. So etwas sollte es öfter geben.“

Ronald Kühn, Vorsitzender KSB Barnim: „Ich denke, die ganze Arbeit des KSB im Vorfeld der Veranstaltung hat sich gelohnt. Wenn man sich die freudigen Gesichter der Teilnehmer anschaut, ist das Bestätigung und Lohn genug.“

Frank Busemann, Sportabzeichen-Botschafter und ehemaliger Weltklasse-Zehnkämpfer: „Ich habe schon viele dieser Sportabzeichen-Tour-Stopps mitgemacht und Eberswalde reiht sich da ganz vorn mit ein. Es ist alles mit sehr viel Liebe vorbereitet wurden und läuft wie geschmiert.“