Als die Mitglieder weniger wurden, war es an der Zeit etwas zu tun. Zwischenzeitig seien es nur noch sechs gewesen, sagt Regina Radetzki, Mitglied des neu gewählten Vorstandes des Heimatvereins Golzow. Und das, obwohl Anwohner bei verschiedenen Aktivitäten immer wieder unterstützend zur Seite standen. Die Zahl der aktiven Mitglieder stieg zwar nach und nach wieder auf 25, in der Vereinsgemeinschaft war aber klar: ein Wechsel im Vorstand kann eine Chance auf den nötigen Umschwung sein. Im Februar wählten 21 von 22 anwesenden Mitgliedern Stefan Furcht zum Vorstandsvorsitzenden.
Vereinsmitglied sei er ja vorher schon gewesen. Aber die neue Position an der Vorstandsspitze, in der er Ortsvorsteher Thomas Polster ablöst, sei nicht unbedingt sein Ziel gewesen. "Der Rückhalt aus dem Dorf war da", sagt Regina Radetzki. Und das habe dann auch Stefan Furcht ermutigt. "Ich wusste, wenn ich Veränderung will, muss ich etwas dafür tun", sagt er. Zuvor habe man sich bei der Jahreshauptversammlung unter den Bürgern erkundigt, ob das Weiterbestehen des Heimatvereins überhaupt gewünscht ist. Die Rückmeldung war positiv.
Für den Neuanfang wurde der gesamte Vorstand gewechselt: Ebenfalls dazu gehören nun Katrin Müller, Regina Radetzki, Steffanie Heuer und Ronald Küter. Ein vom Alter sehr gemischtes Gremium - das ist den Mitgliedern auch wichtig. Denn es bringt den Verein, der seit 2008 existiert, einem seiner Ziele entschieden näher. "Unser Verein soll auch für junge Menschen attraktiv sein und eine Brücke zwischen den Generationen bilden", sagt Stefan Furcht.
Zuletzt sei es nicht mehr möglich gewesen, gemeinsame Ziele zu entwickeln. Meinungen gingen zu weit auseinander. In einem Arbeitsplan für das angebrochene Jahr sollen nun neue Vorhaben formuliert und unter den Mitgliedern diskutiert werden. Arbeitseinsätze im Ort und vereinsübergreifende Aktivitäten schweben den Mitgliedern vor. Aktivitäten, die die Dorfgemeinschaft näher zusammenbringen und den Austausch fördern soll. Aneinander vorbeileben - das kann sich der Verein in einem so kleinen Ort wie Golzow einfach nicht vorstellen.
Um das Zusammenleben aktiver zu gestalten, habe man beispielsweise ein gemeinsames Frühstück im Sinn. Anwohner sollen sich mitteilen können und auch für Vorschläge ist Platz. Am Biotopentag der Jäger will sich der Verein ebenfalls beteiligen. Ein Kirchfest im Sommer, kleinere Höhepunkte im Herbst. "Meine Motivation ist es, das Sterben des gemeinschaftlichen Dorflebens aufzuhalten", sagt Katrin Müller.
Aber: "Wir wollen das Jahr nicht zu voll packen. Schließlich sind viele Mitglieder in Arbeit", sagt Stefan Furcht, der im Trockenbau arbeitet. Ein klares Vorbild sei Senftenhütte. "Alles tobt nach Senftenhütte, wenn dort Dorffest ist", sagt Katrin Müller. Diesen Stellenwert sollen auch Golzower Feste haben, findet die 48-Jährige. "Wenn die Leute ihr Dorffest fest in ihren Kalender eintragen, haben wir unser Ziel erreicht", sagt Furcht.