Vor dem Rathaus, das mit großen Bannern für Toleranz und Vielfalt wirbt, hatten sich am Sonnabendnachmittag um 15 Uhr viele Anhänger des Bündnisses „Heimatliebe Brandenburg“ versammelt. Die Polizei spricht von 190. Darunter auch stadtbekannte Neonazis und Bürger aus dem Umland. Unter anderem ein Bad Freienwalder, der sich gegenüber der Zeitung beschwerte, dass er kürzlich von einem afghanischen Arzt behandelt wurde. Er hätte die Operation verweigert, hätte er vorher davon gewusst, ärgerte er sich.
Aus Bad Freienwalde stammt auch der Anmelder der Demonstration auf dem Markt: Lars Günther, 2017 dort Bürgermeisterkandidat der AfD. Seitens der Barnimer AfD gehörte zudem Steffen John aus Zepernick zu den Rednern. Ebenfalls mit dabei war Pegida-Gründer Siegfried Daebritz, der schon vor einem Jahr in Eberswalde gesprochen hatte. Bei der Bahnhofs-Kundgebung des Bündnisses  vor zwei Monaten war er ebenfalls angekündigt, trat aber nicht auf.
Wie Ende August hatte sich auch bei der Kundgebung am Sonnabend ein breites Gegenbündnis aus Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB), verschiedenen Parteien, Bürgern sowie zahlreichen Studenten für eine Protestkundgebung „für eine gerechte, tolerante und weltoffene Gesellschaft und gegen rechte Hetze“ zusammengetan.
Angemeldet war die Kundgebung am Kirchhang von Ralf Kaiser, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Barnim. Die Teilnehmer waren bereits um 13.30 Uhr unter dem Motto „Solidarität ist unsere Alternative“ vom Bahnhof zum Kirchhang gelaufen, wo nach Polizeiangaben etwa 400 Menschen bei Live-Musik zusammenkamen. „Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass alle willkommen sind und für rechte Gesinnungen hier kein Platz ist“, so zwei  Eberswalder Studentinnen gegenüber der Zeitung.
Auch das Bündnis Heimatliebe begab sich im Verlauf des Nachmittags auf einen Protestmarsch. Die Polizei schirmte beide Parteien mit  großem Aufgebot voneinander ab. Durch die Demonstrationen kam es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen.
Die Veranstaltungen selbst verliefen weitestgehend störungsfrei. Als eine Person den Hitlergruß zeigte, schritt die Polizei allerdings ein. Der Demonstrant erhält eine Strafanzeige wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Außerdem wurde eine Reichskriegsflagge eingezogen. Zur Gefahrenabwehr, wie die Polizei mitteilte. Strafrechtlich sei die Fahne nicht relevant. Eine weitere Person wurde zur Feststellung der Personalien in Gewahrsam genommen.