„Verlieren wir damit jetzt unsere Busverbindung?“, so die bange Frage einer Anwohnerin auf der Einwohnerversammlung in Westen. „Die Buslinie 865 muss unbedingt bleiben und auch die Haltestelle Pfeilstraße“, machte sie ihre Forderung gegenüber der versammelten Rathausspitze auf. Bürgermeister Friedhelm Boginski versprach sich zu kümmern. „Ich habe inzwischen mit dem Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft gesprochen. Der Westender Bus rollt weiter. Gestrichen wird nur die Weiterfahrt nach Britz. Sollte die Nachbargemeinde ihr Vorhaben verwirklichen und neuer Stadtteil von Eberswalde werden, bin ich selbstverständlich bereit, mich für eine bürgerfreundliche Busverbindung einzusetzen“, sagt der Verwaltungschef.
Dass sich mit dem neuen Nahverkehrsplan für die Westender nichts ändert, kann Frank Wruck, Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft, bestätigen. Die Linie gehört zu den jüngsten Busverbindungen in der Stadt und wurde erst 2004 in Betrieb genommen. „Anfangs wurde die 865 nicht sonderlich genutzt. Mit der geänderten Streckenführung über Waldsolarheim, Pfeilstraße zum Markt hat sich das geändert. Wir sind mit der jetzigen Auslastung sehr zufrieden. An der Linie 865 wird sich innerhalb der Stadt nichts ändern“, versichert Wruck. Vor allem die älteren Westender wird diese Nachricht freuen. Der demografische Wandel macht auch um dieses Wohngebiet keinen Bogen. 4837 Einwohner wies die statistische Erhebung zum 31. Dezember 2009 aus. Danach sind 1929 Anwohner zwischen 25 und 55 Jahre, die Generation 55+ mit 2011 Bewohnern zahlenmäßig am stärksten vertreten. Dieser Trend wird in den nächsten Jahren anhalten. Der öffentliche Nahverkehr gewinnt für das Wohngebiet damit zunehmend an Bedeutung.
Einzige Änderung der Linie 865: Die weiterführende Verbindung von der Gropius-Klinik nach Britz hat der Kreis abbestellt. Dafür rollt er auf der verkürzten Strecke im Stundentakt. Eingestellt wird dafür die Linie 863, die vom Busbahnhof durchs Leibnizviertel zum Gropius-Krankenhaus fährt. Viele Anwohner des Leibnizviertels nutzen für Stadtfahrten den Obus.
Verbessern soll sich die Busverbindung zum Technologie- und Gewerbepark. Die Linie 915 rollt damit von Eberswalde nach Lichterfelde und Altenhof. Die Linie 864 in Richtung Clara-Zetkin-Siedlung beschränkt sich auf die Angermünder Straße, und das auch nur an Wochentagen. Sonntags geht es nur mit dem privaten Fahrzeugen in Richtung Stadt oder Siedlung. Auf der Strecke Eberswalde – Britz – Golzow, auf der die Linie 922 verkehrt, soll es zusätzliche Fahrten geben.
Alle Änderungen in der Stadt sollen mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember in Kraft treten.