Die Tafel, die Lebensmittelausgabe, sei weiterhin offen. Dies erklärte Steffi Wienke auf Anfrage. Wegen der verschärften Sicherheitsauflagen habe der Verein allerdings das Geschäft "komprimiert". Was vor allem bedeutet: Die Öffnungszeiten des Ladens wurden auf zwei Stunden begrenzt. Von 11.30 bis 13.30 Uhr erhalten sozial Schwache nunmehr Brot, Gemüse, Obst und mehr.
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Ausreichend Waren bei der Tafel vorhanden

"Unser Vorteil ist der Standort auf dem Hof der Stadtkirchengemeinde an der Eisenbahnstraße 84", sagt Wienke. Die Kunden warten im Freien. So könne der geforderte Mindestabstand von 1,5 bis zwei Meter problemlos eingehalten werden. "Wobei die Leute auch sehr diszipliniert sind und von selbst darauf achten." Einzeln treten die Bedürftigen dann in den Laden ein. Und die Ausgabe beginne erst nach Abschluss aller Touren.
Im Moment funktioniere alles "ganz gut". Zwar sammeln die ehrenamtliche Kräfte etwas weniger Lebensmittel ein, aber es gebe auch etwas weniger Kunden. Ein Einbruch bei den zur Verfügung gestellten Waren sei überhaupt nicht zu verzeichnen. Auch sei kein Partner abgesprungen. "Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die Supermärkte und Geschäfte uns vor allem Lebensmittel spenden, die nicht so lange haltbar sind. Etwa Gemüse und Obst." Toilettenpapier, in den Märkten derzeit immer wieder ausverkauft, gehöre an der Eisenbahnstraße indes nicht zum Sortiment. Deshalb seien in der Tafel keine Engpässe festzustellen. Vielleicht werden in einigen Tagen oder Wochen Nudeln knapp, überlegt Wienke. Aber aktuell gebe es da keine Probleme.
Im Gegenteil: Der Verein erfahre gerade jetzt große Unterstützung. Etwa durch Studenten der Eberswalder Hochschule HNE. Drei Tage pro Woche helfen Studenten bei den Touren, beim Sortieren und bei der Ausgabe. "Und fast täglich erreichen uns E-Mails mit Hilfsangeboten. Das ist ganz wunderbar", zeigt sich die Chefin dankbar für die Bereitschaft und das Engagement. Um sich selbst zu schützen, würden die Mitarbeiter Handschuhe tragen. Auch Desinfektionsmittel stehen zur Verfügung.
Vor wenigen Wochen erst, kurz vor Ausbruch der Corona-Epidemie in Deutschland, hatte Steffi Wienke vor dem Sozialausschuss über die Arbeit des Vereins berichtet. Demnach besuchten zuletzt im Schnitt 400 Kunden pro Woche Suppenküche und Tafel. Die Kosten beliefen sich im vergangenen Jahr auf etwa 73 000 Euro. Diese werden durch Zuschüsse und Spenden gedeckt. Die Stadt Eberswalde fördert den Verein institutionell, das hießt mit einem festen Betrag von 10 000 Euro jährlich. Zudem hätten die Kunden, die Bedürftigkeit ist jeweils nachzuweisen, für die warme Mahlzeit oder den "Einkauf" einen Unkostenbeitrag zu leisten.
Der 1997 gegründete Verein lebt vom Ehrenamt. Steffi Wienke ist die einzige hauptamtlich Beschäftigte. Für Ware sorgen insgesamt 26 Supermärkte sowie regionale Firmen. Dazu gehören etwa Märkisch Edel, das Britzer Fleischwerk, die Bäckerei Wiese oder das Ökodorf Brodowin. Im Rahmen eines Freiwilligentages wurde darüber hinaus auf dem Hof ein kleines Café errichtet. Der Verein wolle den Bedürftigen damit einen Treffpunkt bieten. Ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit sei überdies die Beratung, so Steffi Wienke.
Eberwalder Tafel für Bedürftige: montags bis freitags aktuell von 11.30 bis 13.30 Uhr, Eisenbahnstraße 84
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