Für viele Kinobetreiber kam die Nachricht in der vergangenen Woche überraschend, dass die Lichtspielhäuser in Brandenburg nun wieder öffnen dürfen. Zumal die Branche im Nachbarland Berlin erst einige Wochen später, ab dem 30. Juni, starten darf. Das betrifft auch indirekt das Eberswalder Kino. Denn Kinobesitzer Peter Wagner betreibt neben dem "Movie Magic" sowie dem Filmpalast in Bernau, in dem Fernandes’ Schwester Charmain Fernandes als Theaterleiterin fungiert, mit dem "Thalia" und dem Arthouse-Kino "Casablanca" auch zwei Häuser in der Hauptstadt. Das "Casablanca" ausgenommen, läuft auf den Leinwänden in etwa das gleiche Programm.
Als gutes Zeichen nimmt Emanuel Fernandes die von der Landesregierung in Aussicht gestellten Lockerungen dennoch. "Wir sind sehr froh, dass wir Gewissheit bekommen haben, wie wir handeln können." Seit dem 14. März sind die Vorhänge unten. "Wir haben in so einem Zeitraum, wie wir jetzt geschlossen hatten, sonst locker 25 000 Besucher", schätzt Fernandes.

Sitzen im Schachbrettmuster

Ob das Publikum in ausreichender Zahl zurückkehren wird? Der Theaterleiter blickt mit Ungewissheit in die Zukunft. "Die Rezession wird auf uns alle zukommen und auch das Kino treffen", sagt er und will sich dennoch Optimismus bewahren. "Auch die Mitarbeiter wollen nicht den Kopf in den Sand stecken."
Dem Team will Fernandes einen Preis widmen, der geholfen hat, die harten Zeiten zumindest etwas zu überbrücken. "Wir haben erneut den Kinoprogrammpreis von der Filmförderungsanstalt gewonnen", freut sich der Theaterleiter. Die eigentlich mit 2500 Euro dotierte Würdigung hat das Medienboard Berlin-Brandenburg als Corona-Hilfe auf 10 000 Euro aufgestockt. Weitere 10 000 Euro erhielt das Kino als Soforthilfe.
Trotz Kurzarbeit hat sich das Lichtspielhaus auf den Neustart mit Hygienemaßnahmen vorbereitet. Über dem Kassenbereich hängen Plexiglasscheiben, voraussichtlich gilt im Foyer die Maskenpflicht. Das Publikum soll sich im Schachbrettmuster auf die Reihen verteilen: "Drei Plätze werden zwischen den einzelnen Zuschauern freigelassen. Außerdem bleibt immer eine Reihe frei", beschreibt Fernandes die Anordnung für die fünf Säle. Zuschauer aus einem Haushalt dürften allerdings nebeneinander sitzen. Kinobesucher werden gebeten, ihre Karten online zu kaufen.
Zwei Vorstellungen pro Saal am Tag, am Wochenende drei, soll es nach dem Neustart geben. Zeigen will das "Movie Magic" ab 2. Juli die Filme "Meine Freundin Conni", "Mina und die Traumzauberer", "The Gentlemen", "Der Spion von nebenan" sowie "Nightlife" mit Kassengarant Elyas M’Barek.