Die Buchhandlung Puppe-Mahler hat nach Angaben der Inhaberin gleich am ersten Tag die Soforthilfe beantragt. "Bislang haben wir aber nur eine Eingangsbestätigung erhalten. Mehr nicht", so Brigitte Puppe-Mahler, deren Familie besonders betroffen ist. Denn im Geschäft arbeiten auch der Sohn und die Schwiegertochter. Die wiederum müsse sich jetzt gleichzeitig um den Nachwuchs kümmern, da die Kita nur für eine Notbetreuung geöffnet ist. Der Familienbetrieb sei dringend auf den Zuschuss angewiesen. Zwar versuche man sich mit Bestellungen per Internet, Telefon oder WhatsApp und Lieferungen direkt an die Kunden über Wasser zu halten, aber das Gros des Geschäfts sei weggebrochen.

Umsätze brechen wegen Corona fast total weg

"So manchem Kleinen geht da die Luft aus", prophezeit Puppe-Mahler. Gleichzeitig betonend: "Wir wären auch gern Helden." Momentan konzentriere sich der Handel auf die Super- und Baumärkte sowie Drogerieketten, die im Übrigen Bücher verkaufen dürfen.
Auch wenn es sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, auch Anke Elling vom gleichnamigen Juweliergeschäft wartet dringend auf den Zuschuss. Die Werkstatt dürfe man zwar weiterhin betreiben, doch der Laden ist zu. Zu einer Zeit, "die eigentlich unsere beste ist". Hochzeiten fielen etwa aus. Elling spricht von Umsatzeinbußen in fünfstelliger Größenordnung. Die Kosten aber blieben: Löhne, Mieten ... Sie haben Kurzarbeit für die Angestellten angemeldet. Und beim Finanzamt die Erstattung der Umsatzsteuervorauszahlung beantragt. "Das wiederum ging blitzschnell", so die Geschäftsfrau, die hofft, dass ab 20. April Lockerungen kommen.
Auf eine Ladenöffnung, freilich unter strengen Hygieneauflagen, hofft ebenso Gaby Grimm, die zwei Schuhgeschäfte betreibt. Auch sie hat die Einmalzahlung bei der ILB beantragt. Außer einer Eingangsbestätigung aber sei bislang nichts gekommen. Stärker noch als die fixen Kosten würde der Warenposten auf dem Unternehmen lasten. "April, Mai sind sonst unsere umsatzstärksten Monate. Das holen wir im Leben nicht mehr auf."

Einbußen wegen Corona nicht aufzuholen

Bei den Artikeln handele es sich um Saisonware, "das ist sozusagen verderbliche Ware", beschreibt Grimm die Misere. Geschenkgutscheine, Bestellungen per WhatsApp oder über das digitale Schaufenster, all das könne das Anprobieren im Laden, das persönliche Verkaufsgespräch, das Erlebnis nicht ersetzen.
Besonders hart betroffen ist gleichfalls Thomas Landgraf vom Hotel Am Markt. Bereits seit dem 18. März stehe der Betrieb still, seien die Betten leer. Er rechnet nicht mehr mit einer schnellen Auszahlung der Soforthilfe, geht vielmehr davon aus, dass das Geld erst Ende Mai, Anfang Juni fließt. Parallel habe er Kurzarbeit für die Mitarbeiter angemeldet und schreibt Stundungsanträge. Einen Kredit aufnehmen, um die Krise zu überbrücken? "Um Gottes willen!", sagt der Hotelier. Der müsse ja auch irgendwann bedient werden. Wovon?  Froh sei er, dass sich sein Vermieter, die WHG, in der aktuellen Lage kulant zeigt.
Gibt es unter den bearbeiteten Anträgen bei der ILB kein hiesiges Unternehmen? Doch: Ein Optiker aus dem Oberbarnim, der anonym bleiben möchte, meldet einen Zahlungseingang.