„Toi, toi, toi, dass alles so bleibt.“ Michael Reichert, Vorsitzender des Fußballkreises Oberhavel/Barnim ist mit der jetzigen Situation in seinem Wirkungsgebiet zufrieden. „Die Leute können wieder Fußball spielen und halten sich, soweit ich es weiß, auch an die Hygieneregeln. Die Vereine passen da gut auf. Alle haben ein Hygienekonzept.“ Es ist in dieser Saison zum Standard geworden, dass sich Zuschauer am Eingang jeder Spielstätte in eine Teilnehmerliste eintragen müssen. „Wir stehen mit Vereinen und Behörden natürlich in engem Kontakt“, sagt Reichert. „Die Vereine geben sich alle Mühe, dass wir eine normale Saison spielen können. Da schert auch keiner aus, das würde auch nur Ärger bringen.“

Grün-Weiss Ahrensfelde als Warnschuss

Vor Saisonbeginn war die Fußballregion kurz aufgeschreckt. Der Landkreis Barnim hatte ein Bußgeldverfahren gegen Grün-Weiss Ahrensfelde eingeleitet. Der Grund ist das Freundschaftsspiel gegen den BFC Dynamo am 12. Juli. Dort sollen die vorgegebenen Mindestabstände auf den Tribünen nicht eingehalten worden sein. Landrat Daniel Kurth begründet das Verfahren mit der Sorgfaltspflicht des Landkreises. "Wenn es im Barnim 91 positive Covid-19-Fälle innerhalb von sieben Tagen gibt, werde ich rechtlich gezwungen sein, erneut Kitas und Schulen zu schließen, sowie den Betrieb von Sportstätten zu untersagen. Deshalb appelliere ich an sie, Hygienemaßnahmen den Vorgaben entsprechend einzuhalten und das ihrerseits Mögliche zu tun, einen erneuten Lockdown zu verhindern", so der Landrat in einem offenen Brief an die Sportler der Region.
„Wir hatten im September ein langes Gespräch beim Landrat mit anderen Institutionen, um die Behörden auch für unsere Situation zu sensibilisieren. Wir sind dort auch auf Verständnis gestoßen. Allerdings müssen die Behörden ihren Aufgaben eben auch nachkommen. Wir können nur an Vereine, Spieler und Zuschauer appellieren, sich so zu verhalten, wie es geboten ist. Der Fall Ahrensfelde war mehr oder weniger ein Warnschuss für uns“, so Reichert weiter.
Dass die Situation zwar entspannt, aber vorsichtig gehandhabt werde, sehe man, wenn man sich die bevorstehende Hallensaison anschaut. Viele Vereine haben ihre Turniere abgesagt, da niemand weiß, wie sich die Lage bis dahin entwickelt. „Da entgehen den Vereinen natürlich auch Einnahmen. Die meisten Teams sind ja nicht auf Rosen gebettet. Die hätten es gebrauchen können.“ Auch die Weihnachtsfeiern oder sonstige Vereinsaktivitäten werden wohl vielerorts ruhen.

Zuschauerzahlen bleiben stabil

In der laufenden Spielzeit entgehen den Vereinen aktuell keine nennenswerten Einnahmen, ist sich Reichert sicher. „Die Zuschauerzahlen sind stabil. Uns ist da zumindest nichts aufgefallen. Aber die Leute waren nach der langen Pause auch wieder heiß auf den heimischen Fußball. Sowohl die Spieler, als auch die Zuschauer. Das zeigt, welche Bedeutung der Sport hat. Man muss aber auch sagen, dass die Vereine bis zur Kreisoberliga auch nicht die hohen Zuschauerzahlen vorweisen können. In den höheren Ligen sieht es da sicherlich anders aus.“
Einen Ausblick über die weitere Entwicklung möchte Reichert aber nur ungern geben. „Das liegt halt nicht in unserer Hand. Wenn die Zahlen wieder steigen, wird das auch Auswirkungen auf uns haben. Das hoffe ich natürlich nicht. Wir als Fußballkreis hoffen, dass wir eine normale Saison ohne Unterbrechungen spielen können.“