Im Kreis Barnim gibt es jetzt mehr als 50 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von sieben Tagen. Am 30. Oktober sei der Grenzwert überschritten worden, hat das Brandenburger Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit festgestellt.
Damit treten ab sofort folgende verschärfte Regelungen in Kraft: Im öffentlichen Raum ist der gemeinsame Aufenthalt nur noch mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen des eigenen Haushalts gestattet.

Erweiterte Maskenpflicht tritt im Barnim in Kraft

Die Maskenpflicht gilt jetzt auch in Gaststätten für Beschäftigte mit Gäste-Kontakt sowie für Gäste, soweit sie sich nicht an einem festen Platz aufhalten. Gleiches trifft bei geschlossenen Gesellschaften in Gaststätten oder sonstigen für Feierlichkeiten angemieteten Räumlichkeiten zu.
Überdies sind in Büro- und Verwaltungsgebäuden von Beschäftigten und Besuchern Mund und Nase bedeckt zu halten, sofern sie sich nicht an einem festen Platz aufhalten und der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht sicher gewahrt werden kann. Auch wer mit dem Fahrstuhl fährt, muss Maske tragen.

Weniger Besucher bei Veranstaltungen im Barnim zulässig

Veranstaltungen unter freiem Himmel mit mehr als 150 gleichzeitig anwesenden Gästen oder in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 zeitgleich anwesenden Gästen sind untersagt. Gleiches trifft auf private Feierlichkeiten im privaten Wohnraum und im dazugehörigen befriedeten Besitztum mit mehr als zehn gleichzeitig Abwesenden aus mehr als zwei Haushalten sowie in öffentlichen oder angemieteten Räumen mit mehr als zehn gleichzeitig Anwesenden zu. In Gaststätten ist der Ausschank von Alkohol von 23 bis 6 Uhr untersagt.
All diese Einschränkungen gelten ab sofort – allerdings voraussichtlich nur bis zum 2. November. Dann sind sämtliche Freizeitveranstaltungen abgesagt und Gaststätten geschlossen.

Landrat Daniel Kurth informiert Barnims Fraktionsvorsitzende

In einer Telefonkonferenz trafen sich am 30. Oktober Landrat Daniel Kurth (SPD) mit den Spitzen der Kreistagsfraktionen, um das weitere Vorgehen im Landkreis Barnim zu beraten. Zuvor hatte sich Kurth auch mit den Bürgermeistern und Hauptverwaltungsbeamten besprochen und einen Brief an alle Feuerwehren geschickt, sich als wichtige Einsatzeinheiten besonders vorsichtig durch die Zeit zu bewegen, um die Einsatzbereitschaft für Notfälle zu sichern.
Wichtig: Ab Montag gibt es im Barnim keine geöffneten Sportanlagen mehr. Nur der Schulsport bleibt gesichert, so Kurth. In Bibliotheken, darunter auch der Hochschule Eberswalde, soll die Ausleihe gesichert bleiben. Lesesäle würden jedoch schließen. Schwerpunktkontrollen sind in der kommenden Woche von der Ordnungsbehörde des Landkreises gemeinsam mit der Landespolizei geplant, vor allem dort, wo sich Menschen treffen.

Hausärzte im Barnim testen auf Covid-19

Genaueres sagte der Landrat dazu noch nicht. „Die Planungen sind nicht abgeschlossen.“ Zu möglichen Abstrichzentren im Kreis oder Testzelten sagte Kurth, dass gegenwärtig dazu keine Veranlassung besteht. Die Hausärzte seien verpflichtet, die Testungen auf Covid-19 vorzunehmen. Das Gesundheitsamt helfe mit Auskünften weiter. Die Kommunalparlament und Kreistagsgremien sollen voraussichtlich weiter als Präsenzsitzungen tagen. Dazu erwartet der Barnim auch in der Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg weitere Ausführungen. Der Kreistagssaal im Paul-Wunderlich-Haus sei technisch auch für Hybridsitzungen ausgestattet.