Der Landkreis Märkisch-Oderland prescht vor, der Barnimer Kita-Elternbeirat fordert Gleiches. Der fehlende Zugang zu Bildung für alle Kinder wird heftig in einem Schreiben an Landrat Daniel Kurth kritisiert und über die sozialen Medien verteilt. Spätestens Anfang Juni, so der Beirat, müsse ein Normalbetrieb funktionieren.
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Auch im Kreisausschuss am Montagabend fragte Lutz Kupitz (Linke) nach. Man habe sich mit den Gemeinden abgestimmt, so Kurth, um die vorhandenen Plätze möglichst gerecht zu verteilen. Nach den festgelegten Schlüsseln, abhängig von Alter, Personal und Raumgröße, werde entschieden. Das Gesundheitsamt stelle außerdem schnell und unbürokratisch auf Antrag von Trägern und Gemeinden, öffentlich gewidmete Räume zusätzlich für die 6400 bewilligten Notbetreuungskinder bereit. Das sind jedoch nur 45 Prozent aller zu betreuenden Barnimer Kita-Kinder.
Ein Regelbetrieb sei noch nicht zulässig. Der Schutz der Belegschaft sei ebenso zu bedenken. Sollten Gruppen und Kitas wieder von Covid-19 betroffen sein, müsse alles rückverfolgbar bleiben. "Das Land gibt nur eine Orientierung vor, wir müssen entscheiden", so Kurth. Dabei wolle der Landkreis auch nichts auf die Träger abwälzen.
Vorschulkinder hätten Vorrang. Alle anderen Kinder hätten Anspruch auf vier Stunden an einem Tag in der Woche. "Die Infektionsschutzaufsicht aber habe ich", so Kurth.