Ein buntes Lichtermeer erwartet derzeit alle Autofahrer, die zur Autobahn oder gen Angermünde durch das Schorfheide-Dorf Althüttendorf fahren. Familie Kempin, deren Haus direkt an der Hauptstraße steht, hat mit viel Mühe und Liebe zum Detail ihr Haus zum Strahlen gebracht.
"Weihnachtsbeleuchtung gehört zum Advent einfach dazu", ist Ulf Kempin überzeugt. Dass diese uralte Tradition bei ihnen zwar ein bisschen mehr ist als anderswo habe sich im Laufe der Zeit ergeben, erzählt Ulf Kempin, der der MOZ-Redaktion bei einem Spaziergang durch den Garten. Mit den Jahren kam immer wieder etwas dazu, um es noch schöner und heller leuchten zu lassen. Irgendwann habe er für die Stromversorgung eine eigens  konstruierte Elektroinstallation mit professioneller Hilfe gebaut. Es gebe verschiedene Schaltkreise und eine eigene Sicherung, erzählt der technisch versierte Kempin. Das Lichtermeer funktioniert per Zeitschaltuhr: Abends wenn es dunkel wird, springt das Licht an. Ab 22 Uhr wird das Lichtspektakel beendet: Da ist Nachtruhe, so Kempin schmunzelnd. In den Morgenstunden wird dann noch einmal geleuchtet, ein morgendlicher Gruß an alle Fernfahrer, Arbeitnehmer und Schüler, die ihr Tagwerk beginnen. "Wir machen es für die Kinder", so der 59-Jährige, der bei einem Joachimsthaler Maschinenbauer arbeitet. Viele Kinder würden im Dezember am Haus vorbeischlendern und strahlend stehenbleiben: "Die Resonanz auf unsere Weihnachtsbeleuchtung ist durchweg positiv", so Kempin. Viele Berliner und andere Durchfahrende würden sogar anhalten, das Haus bewundern und Fotos machen. Auch die Kinder im Dorf kämen vorbei und würden sich am Lichterglanz erfreuen. Fragt man Ulf Kempin nach seinem Lieblingsleuchtwerk seiner Installation so muss er länger überlegen: Eigentlich sei alles schön und vor allem als Gesamtkunstwerk beeindruckend. Das Lieb-ste sei die Hängegirlande direkt am Haus, die erfreue ihn immer wieder. Auch der Eingangsbereich zum Haus sei in diesem Jahr sehr gut gelungen, ergänzt seine Frau. Um sein Leuchtwerk besser wirken zu lassen, hat Ulf Kempin sogar im November noch die Hecke am Haus geschnitten. Überhaupt sei ihre Weihnachtsbeleuchtung sehr zeitintensiv. Mehrere Tage Vorbereitung würde es mittlerweile brauchen, bis alles an der richtigen Stelle hängt und das nächtliche Leuchtspiel beginnen könne. Bereits im zwölften Jahr schmücken sie ihr Haus mit Lichterketten in bunten Farben. "Wir mögen es amerikanisch", so der Althüttendorfer. Allerdings verzichten sie auf leuchtende Figuren und allzu viel Blingbling, schließlich soll das Ganze nicht kitschig sein."Wir fingen damals ganz klein mit einer Leuchtkette an der Garage an", erzählt Ulf Kempin. Inspiriert, besser gesagt infiziert, wurden sie durch ein aufwändig beleuchtetes Haus im uckermärkischen Zuchenberg. Das fanden die beiden so schön, dass sie selbst begannen, ihr Haus zu illuminieren. Seit einigen Jahren sind die Kempins auf stromsparende LED-Technologie umgestiegen. In jedem Jahr werde ein bisschen mehr angeschafft. Meist kaufen die Kempins ihren Lichterglanz in Baumärkten oder in Deko-Läden und nicht im Online-Handel. Ein paar zehntausende Lichter dürften es schon sein, schätzt der Hausherr. Auf jeden Fall gehöre sein Haus zu den Hellsten im Ort.  Weihnachtsbeleuchtung scheint eine Art Virus auszulösen. Während manche Dörfer derzeit ziemlich dunkel sind, leuchtet es in anderen immer kräftiger. Seit einigen Jahren würden auch immer mehr Althüttendorfer ihre Häuser festlich beleuchten, beobachten die Einwohner. Der Heimatverein Althüttendorf hat vor einigen Jahren sogar eigens einen Wettbewerb ausgelobt. Immer im Dezember geht eine Jury durch den Ort und sucht die schönste Weihnachtsbeleuchtung. "Wir wurden auch bereits prämiert", so Kempin. Auch in diesem Jahr wird die Jury wieder durch das kleine Dorf ziehen und die schönste Beleuchtung suchen. Ob Kempins wieder dabei sind, wird allerdings erst zum traditionellen Neujahrskonzert am 1. Januar am Eulenturm verraten, so Vereinschef Olaf Keller.
Lichterwettbewerb im Dorf
Doch Kempins geht es nicht um Wettbewerb, sie wollen es einfach in der Weihnachtszeit schön haben. Die Jahreszeit ist trist und dunkel, da kann ein wenig Lichterglanz nicht schaden, bringt es der Hausherr auf den Punkt. Die Beleuchtung im Dezember belastet die Stromrechnung mit rund 100 Euro, hat er ausgerechnet. "Das ist es uns wert", sind sich Beide einig. Die Welt in dieser dunklen Jahreszeit ein bisschen heller strahlen lassen, sei ein wichtiges Symbol.

Drei Weihnachtsfragen an Ulf Kempin


Herr Kempin, was ist Ihr liebstes Weihnachtslied? Ich höre am liebsten ganz klassische Weihnachtslieder, wie etwa "Oh du fröhliche" oder "Stille Nacht".

Was kommt zum Fest auf den Tisch? Normalerweise gibt es bei uns ganz klassisch Braten, zum Beispiel Ente. In diesem Jahr sind wir eingeladen und lassen uns überraschen.

Was ist Ihr Weihnachtswunsch?Das Wichtigste im Leben ist doch Gesundheit. Ansonsten wünsche ich mir, mehr Zeit mit den Kindern und Enkeln zu verbringen. sha