"Ich möchte nicht als großer Selbstdarsteller präsentiert werden." Manfred Dumke ist bescheiden. Und das, obwohl er schon zweimal, nämlich 2000 und 2014, den Umweltpreis der Grünen gewonnen hat. "Viele wissen gar nicht, was ich genau mache"; erzählt er. Dabei hat er in Lichterfelde, Finowfurt, Blütenberg, Buckow, Altenhof und auch schon in Eberswalde die Landschaft verschönert, Biotope geschaffen, Straßenbäume gepflanzt oder Feldwege begrünt. Seine Liebe zur Natur ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden. "Meine Mutter war jahrelang bei einem Förster in Stellung", sagt er. "Dadurch wurde ich schon früh mit dem Wald konfrontiert."
Die Natur habe ihn schon immer interessiert. Als Jäger, der er auch ist, gehe es schließlich nicht nur darum, das Wild totzuschießen, sondern auch darum, Deckungsmöglichkeiten und Nistgelegenheiten für Tiere zu schaffen. Früher habe er von der Forst des Öfteren Bäume bekommen. "Bäume bieten einen schönen Anblick und sie verschönern die Landschaft. Sie sind aber gleichzeitig auch Sauerstoffspender." Sie seien schön, wenn das frische Grün kommt, das bunte Herbstlaub sei auch schön. Und im Sommer sei es angenehm, unter einem Baum zu sitzen, der Schatten spendet.
Intensiv angefangen, Bäume zu pflanzen, habe er vor rund 30 Jahren. "Zu DDR-Zeiten wurden die Landschaften kahl gemacht. Ich wollte wieder ein Stück Natur schaffen." In der Trockenperiode ist er dann mit seiner Gießkanne, seinem Fahrrad, Auto oder Motorrad zu seinen Bäumen gefahren, um sie zu wässern. Er hat schon die verschiedensten Baumarten gepflanzt - Ahorn, Kastanie, Linde, Esche, Pappel, Hasel und Weißdorn. Alles war dabei.
Einige tausend Bäume habe er mittlerweile gepflanzt, am Anfang habe er noch Buch darüber geführt. "Irgendwann habe ich es dann aufgegeben. Es wurden einfach zu viele." An seinen ersten Baum kann sich Manfred Dumke genau erinnern. Den hat er vor 50 Jahren vor seinem Grundstück in Lichterfelde gepflanzt. Es war ein Ahorn.
Über die Jahre ist die Landschaftsgestaltung zu seiner Leidenschaft geworden. Letztens habe er erst wieder Haselnuss und Ahorn gepflanzt. In einer Woche setzt er rund fünf bis acht Bäume. "Aber man sollte das nicht überbewerten", fügt er schnell hinzu. Schließlich gibt es auch Zeiten, in denen er die Landschaft nicht begrünt. Pflanzzeit ist schließlich im Frühjahr und im Herbst.
Manchmal ärgert sich Manfred Dumke auch. Etwa über Wildverbiss oder über knabbernde Schafe. "Die fressen nicht bloß die Blätter, sondern auch die Rinde." Schließlich dauert es jahrelang bis ein Baum, der die ersten zwei, drei Jahre an Pfahl und Pfosten stehen muss, weil er einen gewissen Halt braucht, groß ist. Hat er beispielsweise Ahornsamen gestreut, dauere es 15 Jahre, bis aus diesen ein ansehnlicher Baum wird. Um die Bäume zu schützen, umgibt er sie mit Maschendraht.
Einen Lieblingsbaum hat der 79-Jährige nicht. "Eigentlich ist nur der Baum im Allgemeinen mein Lieblingsbaum", meint er. Dann fällt ihm aber doch noch ein besonderer Ort ein, ein besonderer Baum, der auf einer Kuppe steht. "Den habe ich zwei Jahre nach der Geburt meines Enkelsohnes gepflanzt." Manchmal laufen sie dann hoch, seine Tochter und sein Enkelsohn, zum Picknick.
Wenn er nicht in der Region unterwegs ist, reist Manfred Dumke. In über 50 Ländern der Welt sei er schon gewesen. "Ich war schon auf allen Kontinenten", erzählt er. "Es war überall interessant, schön und eindrucksvoll." Besonders gut habe ihm aber die Besteigung des Kilimandscharo gefallen und die 750 Kilometer lange Kanufahrt auf dem Yukon.
Für die Zukunft hofft der 79-Jährige, dass er gesund bleibt und die Natur weiterhin genießen kann. Bäume pflanzt er nach seinen Möglichkeiten immer noch. Früher habe ihm dabei manchmal ein Rentner geholfen. Auch jetzt würde sich Manfred Dumke, der beim Institut für Bodenkunde als kartografischer Zeichner und dann beim Katasteramt gearbeitet hat, über ein paar Unterstützer freuen.