„Mein Ziel ist es unter den Top Drei zu landen. Der sechste Platz in der letzten Saison hat nicht unsere Stärke wieder gespiegelt, wir können mehr. Das haben wir zum Schluss ja auch gezeigt. Wichtig ist es jetzt, dass wir gut reinkommen und der Ball bei uns von allein läuft.“ Trainer Dirk Wenzel hat mit seinen Frauen vom Finowfurter SV in der Handball-Verbandsliga einiges vor. Wenn am Sonnabend um 15 Uhr in der Hans-Wendt-Sporthalle in Finowfurt angeworfen wird, vertraut Menzel auf seine derzeit 13 fitten Spielerinnen. „Gegen Bernau muss ein Sieg her. Letzte Saison haben wir in Bernau mit einem Tor verloren. Das lag auch an unglücklichen Schiri-Entscheidungen. Ich erwarte von meinen Mädels einen Sieg. Das wissen sie auch.“

Finowfurt-Coach: „Die Mädels sind heiß“

In Finowfurt sind sie heiß auf Handball nach der langen Pause, die eigentlich keine war, wie Menzel verrät. „Die Mädels sind gut drauf und fit. Pause haben wir nicht gemacht. Während der Corona-Pause mussten sie laufen und als es möglich war haben wir dann draußen trainiert.“ Sorgen macht dem Coach nur die Personaldecke. „Der Kader wird momentan immer kleiner. Zwei sind leider dauerhaft verletzt und eine Spielerin bekommt ein Baby. Mehr dürfen nicht ausfallen, sonst wird es eng.“ Arbeit und ehrenamtlichen Sport unter einen Hut zu bringen ist eine schwierige Aufgabe. Vor allem, wenn ein Teil des Teams in Berufen mit Schichtdienst arbeitet, sagt Menzel. „Wir haben mehrere Polizistinnen. Ich hoffe, das klappt mit den Diensten. Bisher sieht es gut aus. Toi toi toi.“
Zudem kann er wieder auf Franziska Wenzlaff zählen, die aus ihrer Babypause zurückgekehrt ist. „Da bin ich extrem froh, da sie ein sicherer Anker im Spiel ist. Wir bauen natürlich auch wieder auf die Abschlüsse von Nadine Stahnke. Ihre zehn bis zwölf Tore pro Spiel sind immens wichtig für uns. Aber ich glaube, unser Kader ist allgemein gut besetzt.“

Neue Teams mischen Verbandsliga-Saison auf

Die Liga sei eng beieinander, glaubt Menzel. Eine genaue Prognose wagt er daher nicht. Vor allem, da mit Hennigsdorf und Wusterwitz zwei neue Teams teilnehmen, die er gar nicht einschätzen kann. „Das bringt ein bisschen Feuer ins rein“, freut sich Menzel auf die neuen Herausforderungen. Sein Team wisse, worauf es achten muss und wo es noch verbesserungsbedarf gibt. „Unsere Abwehr ist top. Das haben wir in der Vorbereitung erneut gemerkt. Da stehen wir fest und wackeln kaum. Wir müssen aber im Abschluss stärker werden, damit bin ich noch gar nicht zufrieden.“
Auch Wenzels Kollege Daniel Kahl, Trainer der Damen des HSV Bernauer Bären, freut sich auf das Duell zum Auftakt. „Das wird sicher spannend, weil beide Mannschaften noch nicht genau wissen, wo sie stehen.“ Und Kahl ist vorgewarnt: „Finowfurt wird sicher auf Revange brennen für die Niederlage in der Vorsaison.“ Leider, bedauert der Coach, müsse er im ersten Spiel auf einige Spielerinnen verzichten. „In der Außenseiterrolle fühlen wir uns aber sehr wohl“, erklärt er.

Fokus liegt bei Bernau auf Kraft und Kondition

Die Bernauerinnen haben im Juni das Training wieder aufgenommen. Die ersten Trainingseinheiten absolvierten sie im Freien auf dem Sportplatz in Lobetal, im August ging es dann auch für die Bärinnen wieder in die Halle. „Durch die Corona-Beschränkungen war an ein vernünftiges Handball-Training nicht zu denken. „Wir haben Kraft und Kondition trainiert. Da haben alle Beteiligten wunderbar mitgezogen“, lobt der Bernauer Trainer. „Die Saison startet eigentlich damit ein paar Wochen zu früh. Außer ein paar Testspielen konnten wir handballerisch nicht viel trainieren.“
Mit dem Kader für die neue Saison ist Daniel Kahl zufrieden. „Die Dauerverletzten aus der letzten Saison sind leider noch nicht wieder im Training und brauchen noch Zeit. Es gibt aber mit Marion Icker und Sieglinde Arnold zwei vielversprechende Neuzugänge“, freut sich Kahl. Charlene Noffke und Sandra Teich stehen ihm aus privaten Gründen für die neue Saison dagegen nicht mehr zur Verfügung. „Die Kaderstärke ist eigentlich ausreichend für die lange Saison“, sagt Kahl, der aber gleich auch auf ein Thema zu sprechen kommt, dass ihn und seine Damen gewaltig wurmt.

Corona-Regeln wurmen den Trainer

„Aufgrund der Corona-Hygieneregeln gibt es Turnhallen, in denen keine Zuschauer erlaubt sind. Das bedeutet im schlimmsten Fall, dass unsere alleinerziehenden Mütter ihre Kinder nicht mit zu den Spielen bringen dürfen.“ In solchen Fällen werde man als Team auch Spiele absagen, kündigt Kahl an, der die Regelung nicht verstehen kann. „Es müsste doch möglich sein, Kinder aus dem eigenen Haushalt dabei zu haben.“
Mehr Freude am Spiel, Verbesserung der mannschaftlichen Geschlossenheit und eine Verbesserung des Tabellenplatzes aus der vergangenen Saison, den die Bernauerin auf dem vorletzten Platz zehn abschlossen, gibt Kahl als Ziel für die Saison an.

Die Teams der Frauen-Verbandsliga Nord 2020/2021


HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst II

SV Motor Hennigsdorf

Grünheider SV

SV Eichstädt 1949

OSG Fredersdorf-Vogelsdorf

SV Blau-Weiß Wusterwitz

HSV Wildau 1950

SG Uckermark II

HSV Bernauer Bären

Finowfurter SV

SV Union Neuruppin