150 Stunden haben die drei jungen Leute absolviert, um den Einsteigerkurs erfolgreich zu meistern. Habiba hat sogar das Zertifikat in der nächst höheren Stufe gemeistert. Mit ihren Kenntnissen der deutschen Sprache ist sie längst nicht zufrieden. "Ich muss weiter lernen", sagt die 17-Jährige, die mit ihrer Familie aus Afghanistan in den Barnim gekommen ist und in Finowfurt zur Schule geht. "Grammatik ist das Schwierigste an der deutschen Sprache", schätzt das Mädchen ein, das sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, Anwältin zu werden. Ihr Bruder Basir, jetzt ebenfalls im Besitz eines Sprach-Zertifikats und Schüler der Grund- und Gesamtschule Finowfurt, möchte eine berufliche Laufbahn bei der Armee einschlagen. Ihr Vater, der ebenfalls die Schulbank in der Kreisvolkshochschule gedrückt hat, ist auf seine beiden Sprösslinge besonders stolz. Ein wenig aber auch auf sich selbst, dass er den Grundkurs so gut gemeistert hat.
Reza kam vor sechs Monaten aus Afghanistan und ist mit seinen 14 Jahren einer der jüngsten in der Runde. Zweimal die Woche hat er nach dem Unterricht in der Grundschule Zum Schwärzesee zusätzlich die Volkshochschule besucht, um die Sprache seines Gastlandes zu erlernen. "Ich werde vielleicht Lehrer", erklärt er nicht ohne Stolz und froh darüber, dass ihm die Möglichkeit gegeben wird, zu lernen.
Die Anforderungen, die in der Kreisvolkshochschule gestellt wurden, waren nicht leicht. Neben einem intensiven Sprachtraining wurde auch fleißig geschrieben. Nebenbei erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Region. "Zum Beispiel über die Schorfheide oder den Eberswalder Spritzkuchen", verrät Unterrichtsleiter Arno Günther.
Am Ende schafften vier Teilnehmer den A1-Kurs, sechs Teilnehmer sogar den A2-Kurs. "Wir wollen den Flüchtlingen soweit als möglich ein selbständiges Leben ermöglichen. Die deutsche Sprache ist ein erster Schritt dazu", freut sich auch Torsten Falk, Leiter des Grundsicherungsamtes, über den Lerneifer der Asylbewerber, die sich jetzt in Alltagssituationen selbstständig verständlich machen können.
Die Grundlage für die erfolgreiche Sprachausbildung hat übrigens der Kreistag mit seinem Beschluss geschaffen, wonach der Barnim eigene Mittel zur Verfügung stellt, um Asylbewerbern das Erlernen der deutschen Sprache zu ermöglichen.
Allen Grund zur Freude: Die ersten Asylbewerber haben erfolgreich ihren Sprachkurs in Deutsch beendet. Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Asylbewerber nutzen Angebote der Kreisvolkshochschule