Mit dabei ebenfalls: eine Gruppe Geflüchteter. Um die geht es bei dem Projekt, das WaldWelten gemeinsam mit der Allianz-Umweltstiftung ins Leben gerufen hat. Neu-Barnimer und Hartz-IV-Empfänger sollen Einblick in vier Arbeitsfelder bekommen: in die Forstwirtschaft, die Zimmerei, Tischlerei sowie den Garten- und Landschaftsbau. "Was wir vorführen können hat alles mit Umwelt zu tun", sagt WaldWelten-Präsident Harald Schill.
Ganz wichtig ist ihm dabei: "Eins soll ins andere fließen", erklärt er. "Es geht um Arbeiten im Wald, aber auch darum: Wie kann man Bretter herstellen? Was kann man damit tun?" Und so weiter und so fort. Die Laufzeit ist jeweils auf zwölf Monate festgelegt und das über einen Zeitraum von vier Jahren. Vorerst, denn die Gesamtdauer des Projekts ist bewusst offengehalten.
"Die Teilnehmer erfahren dabei Berufskompetenz", wie Schill es formuliert. Die soll für sie "auf dem Arbeitsmarkt wirksam werden". Dazu gehört Zählbares wie der Motorsägenschein, aber auch die Sprachkenntnis, gerade im spezialisierten Bereich des Berufslebens. Die bekommen die zehn Teilnehmer, die derzeit aus Eritrea, Somalia und natürlich aus Deutschland kommen, nicht nur durch den Umgang miteinander. Sondern auch über einen Sprachkurs. "Doch der läuft momentan aus", berichtet Guido Eichbaum, einer der Betreuer des Projekts.
Bisher habe es dazu ein Förderprogramm von der Agentur für Arbeit gegeben. Ein Folge-Vorhaben sei noch nicht geplant, aber unbedingt notwendig. "Sprache ist alles", sagt Eichbaum. Das sieht auch Lutz Spandau so: "Die Teilnehmer sollen nicht nur mit dem Motorsägenschein aus dem Projekt herauskommen, sie müssen auch sprechen können", erklärt der Vorstand der Allianz-Umweltstiftung.
Das bevorstehende Ende des Sprachkurses soll nicht folgenlos bleiben. "Jedes Projekt hat seine eigene Dynamik, auf die müssen wir reagieren", sagt Spandau. Bisher unterstützt die Umweltstiftung die WaldWelten mit 180000 Euro. Nun könnte der Betrag noch einmal aufgestockt werden. "Allerdings nicht auf dem Silbertablett", wie Lutz Spandau es ausdrückt.
Ihm schwebt vor, potentielle Sprachlehrer unter den Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung zu suchen. Keine schlechte Idee, schließlich geht von ihnen auch bisher eine große Hilfsbereitschaft aus, wenn es um die Arbeit mit Asylbewerbern geht. "Wir müssen aber jetzt von der Projektaktivität in ein Programm übergehen", legt Lutz Spandau dar. So ein Programm ist seiner Meinung nach "Perspektive Natur", das im Bundesgebiet seinesgleichen sucht und Schule machen soll.
Auch am Tag der offenen Tür sind etliche soziale Träger mit Geflüchteten vor Ort am Forsthaus im Schwappachweg, das die WaldWelten derzeit zu ihrem neuen Hauptquartier ausbauen. Stück für Stück und im engen Austausch mit der Denkmalschutzbehörde. "Im Idealfall sind wir in anderthalb bis zwei Jahren fertig", sagt Harald Schill.
Die ersten Teilnehmer des Projekts "Perspektive Natur" sind jedoch schon im September fertig. "Wir schauen gerade, wo wir sie unterbringen", sagt WaldWelten-Geschäftsführerin Karin Siegmund. Die Älteren voraussichtlich in Praktika, die Jüngeren eher in einer schulischen Laufbahn. Eins hat sie in den ersten acht Monaten schon festgestellt: "Da ist viel Energie dabei, in die Ausbildung zu gehen."