Das Buffet mit Steaks, Kammscheiben und Hühnchenbrust, zum Anbeißen lecker präsentiert von den Eberswalder Caterern "Die Wilden 4" dampfte im Innenhof  in Warmhalteschüsseln vor sich hin, solange im Plenarsaal geredet wurde. Es gab eine Menge Wichtiges zu sagen, Auszeichnungen vorzunehmen und nicht zuletzt das Buch "Der Landkreis Barnim – eine Kreiskunde" zu präsentieren, das durchaus als Jubiläumsgeschenk zu verstehen ist. Brigitta Heine, die Leiterin des Kreisarchivs Barnim, und Klaus Neitmann von der Brandenburgischen Historischen Kommission haben den 352 Seiten dicken Wälzer herausgeben, dessen Vorwort die Unterschriften von Daniel Kurth, Landrat seit 2018, und seines Vorgängers Bodo Ihrke, beide SPD, trägt, der dieses Amt seit 1993 ausgeübt hatte. Die Erstauflage von 100 Exemplaren schrumpfte bereits während des Empfanges. Der reich bebilderte Band ist im Buchhandel zu haben und kostet 25 Euro.
Noch frischer im Amt als der Landrat, erst seit den Kommunalwahlen in diesem Jahr, Othmar Nickel (CDU), der Vorsitzende des Barnimer Kreistages, der in seiner launigen Begrüßungsrede 25 Jahre Großkreis Revue passieren ließ. "Alle wissen, dass am 6. Dezember 1993 der Zusammenschluss zwischen den Altkreisen Eberswalde und Bernau keine Liebesheirat, sondern wohl eher eine Zwangsehe mit Schmerzen und Vorbehalten, mit Vorurteilen und Schwierigkeiten war", sagte er. Unvergessliche Flitterwochen solle es damals wohl nicht gegeben haben, sondern eher Kummer. So sei der Barnim der höchstverschuldete Landkreis in Brandenburg gewesen, die Einwohnerzahl habe damals bei 149 000 stagniert und zu sinken gedroht. "Was sollte man tun? Das, was kluge und fleißige Menschen in solchen Fällen tun: in die Hände spucken und anpacken, Prioritäten zum Wohle der Menschen im Landkreis setzen, lokale Egoismen überwinden und gemeinsame Entscheidungsstrategien entwickeln", blickte der Vorsitzende des Kreistages zurück.
Jahresempfang Landkreis Barnim

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Dank an tatkräftige Barnimer

Die vereinten Anstrengungen hätten dazu geführt, dass aus der anfänglichen Zwangs- eine vernünftige Zweckehe zwischen dem nördlichen und dem südlichen Barnim geworden sei, bilanzierte der Niederbarnimer Othmar Nickel, um das Mikrofon an den Oberbarnimer Daniel Kurth weiterzureichen.
Der Landrat nutzte das Jubiläum, um für die Tatkraft der Barnimer in den vergangenen 25 Jahren Danke zu sagen. Und schaute, stellvertretend für die inzwischen 180 000, "bald vielleicht sogar schon 190 000 Einwohner des Kreises", kühn voraus. "Wir machen uns in die erste Halbzeit des Jahrzehnts der Investitionen auf", berichtete er. Bereits in den vergangenen Jahren habe der Barnim 62 Millionen bereitgestellt, um die kreiseigenen Schulen sanieren und ausstatten zu können. "Und wir werden in den kommenden Jahren weitere gut 120 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen, um Schulstandorte zu sanieren, zu erweitern oder gar neu zu bauen, wie etwa am Rollberg in Bernau oder in Eberswalde", kündigte der Landrat an.

Erfolgreiche Bildungsinitiative

Aus gutem Grund habe sich der Kreis bereits vor zehn Jahren entschieden, die Bildungsinitiative Barnim ins Leben zu rufen. Das Miteinander unterschiedlichster Partner habe erste Erfolge gebracht.  So sei bei den Schuleingangsuntersuchungen im Bereich Sprache der Anteil von Kindern mit Auffälligkeiten seit 2014 von 28,9 auf 17 Prozent gesunken. Bei den Bewegungsstörungen sei ein Rückgang von 9,8 auf 6,6 Prozent zu verzeichnen. Und bei den emotionalen/sozialen Störungen seien inzwischen 5,2 und nicht mehr 11 Prozent auffällig.

Elf Ehrungen für verdienstvolle Barnimer


Zehn Jahre Bildungsinitiative Barnim haben die Auszeichnungen beim Jahresempfang geprägt. Geehrt wurden Christina Nagel, Leiterin der ASB-Kita "Eichhörnchen in Zerpenschleuse", Brigitte Kleiner, ehemalige Leiterin der Kita "Pusteblume" in Eberswalde, Dörthe Schmidt, Leiterin der Kita "Gestiefelter Kater" in Eberswalde, Hannelore Hoffmann, Leiterin der Kita "Regenbogen" in Ahrensfelde, Christina Czyzykowski, Leiterin der Kita "Zwergenstube" in Finowfurt, Birgit Mende, im Ehrenamt in der Kita "Kinderland" in Eberswalde, Gabriele Weinholtz, Lehrerin an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Oberschule in Eberswalde, Stefanie Böhm, Berufsberaterin in der Agentur für Arbeit Eberswalde, Christiane Reinefeldt, Konzernpflegedirektorin der Gesellschaft für Leben und Gesundheit in Eberswalde, Antje Gärtner, Schülercoach an der Karl-Sellheim-Oberschule in Eberswalde, und Jutta Kacerovsky, Mitarbeiterin im Freizeithaus "Würfel" in Schwanebeck. red