Die Barnimer Kreisstadt wird aus gutem Grund Ampelwalde genannt. Allein an der B 167 stehen 16 Lichtsignalanlagen, nach denen sich Autofahrer und Fußgänger zu richten haben. Und weitere zwei, die nur für Fußgänger gelten. An der L 200, der Breiten Straße, sind in Richtung Chorin zwei Ampeln für Autofahrer und Fußgänger sowie eine bloß für Fußgänger zu beachten. Und außerhalb dieser Hauptverkehrsstrecken gibt es alles in allem ebenfalls fünf Ampeln.
„Keine dieser Anlagen ist aufgestellt worden, um Autofahrer zu schikanieren“, hob Irina Effenberg im Bauausschuss hervor, der für eine Grüne Welle in Eberswalde kämpft. Jede einzelne der Ampeln sei wichtig, um Unfallschwerpunkte zu entschärfen und/oder den Schulweg von Kindern sicherer zu machen, sagte die Verwaltungsangestellte, die im Rathaus das Sachgebiet Verkehr bearbeitet. Alle Standorte seien zwischen Stadt, Polizei und Landesbetrieb Straßenwesen abgestimmt worden.
„In Sachen Grüne Welle haben wir in Eberswalde leider ganz schlechte Karten“, nahm Andreas Schade, Niederlassungsleiter des Landesbetriebes, den Ausschussmitglieder nahezu jede Hoffnung, was die Chance auf optimal abgestimmte Ampelphasen zwischen Finow, Ostend und Nordend betrifft.
Die Bandwurmstadt Eberswalde sei zum Ersten einfach zu lang. Die Grüne Welle funktioniere nur zwischen Ampeln, die nicht weiter als einen Kilometer von einander entfernt sind. Damit falle zum Beispiel die Lichtsignalanlage an der Spechthausener Straße komplett heraus, die auf der B 167 in beiden Richtungen ziemlich allein stehe. Zum Zweiten fließe der Verkehr für eine größere Stadt eher untypisch, hätten Zählungen ergeben. „Zwar ist der Andrang auf den Straßen am Morgen und am Abend deutlich größer als am Rest des Tages. Aber von einer echten Stoßzeit kann hier keine Rede sein. Und auch nicht davon, dass der Verkehrsfluss irgendwann spürbar abnimmt“, sagte der Niederlassungsleiter. Dies erschwere es, die Schaltphasen zu koordinieren.
Das Hauptproblem in Eberswalde aber sind die insgesamt drei im Einsatz befindlichen Steuerungssysteme, die nicht mit einander in Einklang zu bringen sind.
Die für eine Harmonisierung nötige Umrüstung der Ampeln würde laut Andreas Schade etwa 200 000 Euro kosten. „Doch ein Optimum wäre auch damit nicht drin“, schränkte er ein. Deswegen favorisiere der Landesbetrieb den Weg, jedes der drei Steuerungssysteme für sich zu betrachten und dem Verkehrsgeschehen anzupassen, das sich im Laufe der Jahre in Eberswalde massiv verändert habe.