"Selbstverständlich möchte ich meine Arbeit in Eberswalde, insbesondere für die Bürger, weiter intensivieren. Es ist viel geplant, was vielleicht die eine oder andere Überraschung auslöst", sagt Roman Kuffer, der sich allerdings noch nicht festlegt, ob er in zwei Jahren für das Bürgermeisteramt in Eberswalde antritt.
Noch wird eher abgewunken
Auf weniger Vorbehalte bei den Vertretern der etablierten Parteien würde wohl Martin Hoeck (FDP) stoßen, dem durchaus Ambitionen nachgesagt werden, sich als Stadtoberhaupt zu bewerben. Schließlich ist der Liberale seit den Kommunalwahlen im Mai 2019 Vorsitzender der Stadtverordnetenversammmlung und übt damit das höchste Ehrenamt aus, das die Eberswalder Kommunalpolitik zu vergeben hat. Und seine Reden, zuletzt beim Neujahrsempfang, kommen zumeist staatstragend daher. Eine direkte Antwort auf die Frage, ob er in zwei Jahren ins Bürgermeister-Büro einziehen will, ist von Martin Hoeck nicht zu erhalten. "Ich fühle mich meiner Heimatstadt enorm verbunden. Deswegen engagiere ich mich gern, wie viele andere auch, ehrenamtlich für Eberswalde", sagt er stattdessen. Dabei liege ihm besonders die Arbeit für den Heimatkundeverein, der 2020 sein 115-jähriges Bestehen feiere, und für den SV Motor Eberswalde am Herzen, der mit aktuell 1001 Mitgliedern der größte und mit 110 Jahren einer der ältesten Sportvereine von Eberswalde sei. Durch seine weltweiten beruflichen Verbindungen sehe er eine prosperierende Zukunft von Eberswalde, wenn es gelinge, die Stadt regional und national, aber eben auch europäisch und international zu vernetzen, betont Martin Hoeck. "Ich hoffe, dass ich mit der ehrenamtlichen Organisation der Reihe ,Diplomatischer Salon – Die Welt zu Gast in Eberswalde’ einen kleinen Beitrag dazu leisten kann", sagt der vielseitig Engagierte. Nach einem Dementi für eine Bürgermeister-Kandidatur klingt das nicht.
Gegen Friedhelm Boginski (FDP) würde Martin Hoeck wohl kaum antreten. Der Amtsinhaber war zum ersten Mal 2006 ins Rathaus eingezogen und 2014 mit klarer Mehrheit wiedergewählt worden. Und erklärt, aus seiner Sicht mache es keinen Sinn, darüber nachzudenken, was eventuell 2022 eintreten wird. "Als Bürgermeister der Stadt Eberswalde gehe ich meine Aufgaben nach wie vor sehr gern und voller Energie an", sagt das Stadtoberhaupt. Entscheidend sei die Arbeit im Hier und Jetzt, der er sich mit ganzer Kraft widme.
Hohe Anforderungen
Und wie sieht es bei den potentiellen Konkurrenten aus? Die SPD habe bestens geeignete eigene Kandidatinnen und Kandidaten, halte es aber auch für denkbar, sich mit anderen Parteien und Wählergruppen auf einen gemeinsamen Bewerber zu einigen. "Wichtig ist, dass die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister für eine lebenswerte, weltoffene Stadt ohne Ausgrenzung eintritt", urteilt Hardy Lux, der die Stadtfraktion von SPD/BFE in Eberswalde führt und sich im Landtagswahlkampf ums Direktmandat gerade so gegen Roman Kuffert durchsetzen konnte.
Die Wählergruppe Bürger für Eberswalde hält am 29. Januar eine Mitgliederversammlung ab, bei der es um ihre Position zur Bürgermeisterwahl 2022 geht. "Wir wollen eine selbstbewusste Rolle einnehmen", kündigen Isabell Sydow und Götz Herrmann als Sprecher der Gruppe an.
Von der CDU heißt es, sie habe hohe Erwartungen an die Kandidatur und werde noch 2020 erste wichtige Entscheidungen fällen.