Undenkbar an seiner Schule, stellt Lucas fest. Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkunden die Jugendlichen aus Herlev und Eberswalde seit Montag an der Goetheschule. Der viertägige Besuch aus Dänemark ist die letzte Aktion im aktuellen Comenius-Projekt. In dem von der Europäischen Union geförderten Austausch kamen die Goethe-Schüler mit vier anderen Nationen zusammen. So waren auch Schulen aus Bocskaikert (Ungarn), Bandirma (Türkei) und Gorzow, der polnischen Partnerstadt Eberswaldes, beteiligt.
"Es gab 22 000 Euro Fördermittel von der EU. Davon konnten wir viele Schüler auf Reisen schicken", berichtet Andrea Zimmermann, die, seit zehn Jahren Comenius-Koordinatorin an der Bildungseinrichtung, bereits das dritte Austausch-Projekt betreut. So gab es eine Reise nach Polen, eine nach Ungarn und jetzt schon die zweite Begegnung mit dänischen Schülern. Und die deutschen Partner richteten ein Camp mit polnischen, türkischen und ungarischen Jugendlichen am Werbellinsee aus.
Thematisch war "Erlebnispädagogik" angesagt. "Wir sind auf diesem Gebiet schon sehr weit", sagt Andrea Zimmermann. Mit dem Bund zum Schutz der Interessen der Jugend (BSIJ) arbeitet die Schule seit einigen Jahren an erlebnispädagogischen Konzepten, um soziale Kompetenzen zu vermitteln. "Das wollten wir auch in andere Schulen tragen." In den zwei Jahren entstand so ein Programm von Gruppenspielen bis hin zu anspruchsvollen Teamaufgaben, das nun vielen Lehrern nicht nur in der interkulturellen Arbeit zur Verfügung steht. "Nur über das persönliche Erleben lassen sich gegenseitige Vorurteile abbauen", sagt Andrea Zimmermann.
Die knapp 30-köpfige deutsch-dänische Gruppe hat sich gemeinsam auf eine Stadtrallye begeben, sich zum gemeinsamen Frühstück getroffen, war unter anderem im Kletterwald Schorfheide unterwegs und ist heute in Berlin, wo die Dänen eine Sightseeing-Tour vorbereitet haben. Die gemeinsame Sprache dabei: Englisch.
Kristina Lakatus war schon in Polen und am Werbellinsee dabei. Aus Serbien stammend kam sie vor ein paar Jahren aus Spanien nach Eberswalde. "Ich kann viele Sprachen und wollte noch mehr lernen", sagt sie. "Mit ein paar Mädchen habe ich mich angefreundet - es ist toll, hier dabei zu sein."