Von Viola Petersson
Eberswalde (MOZ) Mit einer Rekordbeteiligung, vielen persönlichen Bestleistungen und einer Titelverteidigung ging am Sonntag der 5. Stadtlauf über den Asphalt. 1325 Sportler waren in sieben Kategorien gestartet – vom Kinderlauf bis zur Stadtwanderung. Und alle haben sie gewonnen. Ebenso wie die Kita „Pusteblume“ und der Hort „Nordlichter“, die sich über den Erlös der Veranstaltung freuen.
Ein bisschen ist Mino Miserius schon aufgeregt. Schließlich ist es seine erste Teilnahme beim Eberswalder Stadtlauf. Vor wenigen Tagen fünf Jahre alt geworden – also so jung wie das Laufereignis selbst –, will er beim Kinderlauf starten. Bei den Jüngsten. Ganz unerfahren ist der kleine Eberswalder aber nicht. „Ich habe schon beim Biathlon-Cup mitgemacht“, erzählt der Blondschopf, während Mama die Startnummer am Trikot befestigt. Da habe er in seiner Altersklasse sogar gewonnen. Hier in Eberswalde ginge es indes „nur“ ums Dabeisein und Ankommen, ergänzt Papa Marcel Miserius (Sportlehrer und Trainer), der später selbst im Einzelrennen antritt und zunächst den Sohnemann auf der 2-Kilometer-Strecke begleitet. Diese Distanz sei Mino nämlich noch nie am Stück gelaufen. Der Schützling ist zuversichtlich: „Oma hat mir heute früh extra Eierkuchen gemacht.“
Dann kann es ja losgehen. Bürgermeister Friedhelm Boginski schickt die mehr als 200 Jungs per Startschuss auf die Strecke. Zuvor versichert Cheforganisator René Hoffmann den Jüngsten: „Ihr seid alle schon Gewinner. Egal, wie schnell ihr lauft.“ Im Feld auch eine Gruppe der Kita „Sputnik“, die Waldwandergruppe. Seit Mai habe man täglich geübt, verrät Erzieherin Britta Boldt. „Wir haben so viele sportliche Eltern, da haben wir uns entschlossen, in diesem Jahr hier mit der Gruppe anzutreten“, so Boldt, die selbst einer sportbegeisterten Familie entstammt.
Trotz des olympischen Gedankens – bei vielen Schützlingen läuft der Ehrgeiz mit. So auch bei Franz Jur, der nach gut sieben Minuten als Erster das Ziel erreicht. Der elfjährige Fußballer aus Marienwerder spielt bei den D-Junioren von Preussen. Stolz hält er später seinen ersten Pokal in den Händen. Mino Miserius freut sich nach der Zielankunft (bei immerhin 13:54) am meisten über die Medaille. „Wir sind schön langsam gelaufen. Und er hat prima durchgehalten“, lobt der Vater, derweil es den Steppke zum Kinderfest zieht. Und während sich der Nachwuchs schon auf den Hüpfburgen tummelt, den Schiffsmodellbauern über die Schulter schaut oder die Vorführungen des Judoclubs verfolgt, bereiten sich die Großen noch auf ihren Start vor.
117 Firmen haben gemeldet – von A wie Ardelt bis Z wie ZWA. Da werden Waden und Oberschenkel locker geklopft, ein Schluck aus der Wasserflasche, einige Teams laufen sich ein, andere wollen alle Kräfte aufsparen. Die Mannschaften „Safadi“ und „Orange“ brauchen keineSchonung. Die Läufer dieser Teams, die im Vorjahr die Plätze 1 und 2 belegten, stehen voll im Training. „Ich stecke mitten in den Vorbereitungen für den Berlin Marathon“, erzählt André Pohlmann (Safadi). Deshalb laufe er derzeit eigentlich längere Distanzen. Taktik? Team „Orange“ setzt auf den „Belgischen Kreisel“, man will sich in der Führungsarbeit abwechseln. „Die Schnellsten müssen nach vorn“, heißt es bei „Safadi“. Das Konzept geht auf. Die drei Ersten von „Safadi“ erreichen nach genau 22 Minuten das Ziel – neue Bestzeit. Das Team verteidigt damit den Titel. Karsten Boldt von „Orange“, dessen Mannschaft erneut Zweiter wird, zollt Respekt. „Wir hatten diesmal keine Chance. Da haben wir einen Gang rausgenommen.“ – „Eine schöne, abwechslungsreiche Strecke, eine tolle Stimmung“, lobt der Berliner Thomas Kraus, Sieger im Einzellauf.