Kroke sind eine große Nummer. Nicht nur in Polen, ihrem Heimatland. Die drei Musiker blicken auf 25 Jahre Bandgeschichte zurück, in denen sie elf Alben veröffentlicht haben - das bislang letzte gerade erst im vergangenen März.
In welcher Liga sie spielen, zeigt die Liste der Künstler, mit denen sie zusammengearbeitet haben: Peter Gabriel nimmt 1997 mit ihnen auf, mit Geiger Nigel Kennedy veröffentlichen sie 2003 eine Platte und für David Lynchs Film "Inland Empire" steuern sie 2006 einen Song bei.
Im Frühjahr 2016 dann die nächste Begegnung - vielleicht nicht ganz so hochkarätig, aber doch folgenreich: mit Hannes Sturm aus Lichterfelde. Der 65-Jährige spricht die Band nach einem Konzert in Kraków/Krakau an. Die Drei seien keine unnahbaren Stars, sagt er. "Die sitzen nach dem Konzert mit dir zusammen und du kannst mit ihnen quatschen."
Hannes Sturm erzählt ihnen nicht nur, wie sehr er ihre Musik schätzt, sondern auch von der Friedenskirche in Finow. "Wir haben so eine wunderschöne Kirche", schwärmt er dem Trio vor, "dort solltet ihr mal spielen." Und tatsächlich: Akkordeon-Spieler Jerzy Bawol, Bratschist Tomasz Kukurba und Kontrabassist Tomasz Lato zeigen Interesse, auch wegen der meist guten Akustik in Gotteshäusern.
Nach einem weiteren Treffen im März 2017 nach einem Konzert in Szczecin/Stettin nimmt der verwegene Plan Formen an. Für den November sind vier Auftritte in Deutschland vorgesehen. "Da will ich mich 'ranhängen", sagt Hannes Sturm. Soll heißen: Wenn alles nach Plan läuft, spielen Kroke am 18. November in der Finower Friedenskirche, Eberswalder Straße 70a.
Siebenmal hat der Lichterfelder die Band selbst schon live erlebt, erstmals vor 15 Jahren. "Krakau heißt auf jiddisch Kroke", erklärt Sturm. Damit ist der Grundbaustein ihrer Kompositionen bereits vorgegeben: die jüdische Stilrichtung namens Klezmer. Hinzu kommen Elemente der Weltmusik, der Klassik, des Jazz und auf der Bühne viel Freiraum zum Improvisieren.
Hannes Sturm weiß gut, was da auf das Publikum zukommt. "Man geht mit einer Seele voll Musik wieder raus aus dem Konzert", sagt der ehemalige Berufsschullehrer, der sich in der Rolle des Veranstalters wohlfühlt. Mal holt er den Kantor der Stettiner Jakobi-Kathedrale, Michal Wozniak, nach Lichterfelde, dann wieder organisiert er für drei schwedische Geigerinnen, die sich Limbohofvet nennen, eine kleine Tour durch den Barnim und die Uckermark.
Auch geführte Ausflüge nach Polen bietet er an - zum Beispiel zu Auftritten von Kroke. "Ich war zweimal mit zwei großen Gruppen bei Konzerten der Band in Stettin", sagt Hannes Sturm. Jeweils 40 Leute, von zwölf bis 75 Jahre alt, und alle hätten hinterher gesagt: "Mann, was ist das für eine Musik!"
Mehr auf ihrer Internetseite unter www.kroke.com.pl