Noch ist auf dem Bauland am ehemaligen Bahnhof Schöpfurth in Finowfurt nichts zu sehen. Demnächst werden dort allerdings die ersten Bagger anrücken. Denn das Land ist seit Mittwoch zum Bau freigegeben. 21 Grundstücke stellen die Gemeinde Schorfheide und die Grundbesitz- und Projektentwicklungs GmbH Luviab aus Wandlitz dort bereit, sechs davon sind noch käuflich erwerbbar.
"Für uns ist die Lage mit Finowfurt einfach entscheidend", sagte einer der neuen Grundstückseigentümer bei der Einweihung. "Der Anschluss an die Autobahn ist da und wir wohnen trotzdem im Grünen." Die nahe Lage zum Finowkanal und, dass ihnen niemand den Blick vor der Nase verbauen kann, so der Grundstücksbesitzer, seien entscheidende Punkte beim Ankauf gewesen.
Interessierte Grundstückskäufer, die bauen möchten, können sich für die noch ausstehenden Grundstücke bei der Gemeinde beziehungsweise bei dem privaten Investor melden. Die Gemeinde hat fünf der 21 Grundstücke an sich genommen, zwei davon sind bereits verkauft, ein weiteres wird zum Bau einer Kita in Finowfurt vorgehalten, bleiben noch zwei Grundstücke, mithilfe eines Bieterverfahrens vergeben werden sollen. Die Grundbesitz- und Projektentwicklungs GmbH hat von seinen 16 Grundstücken bereits zwölf verkauft, vier stehen noch zur Verfügung. Die Preise rangieren je nach Größe und Lage um die 80 Euro pro Quadratmeter.
Das neu erschlossenes Mischgebiet verzeichnet insgesamt 28 700 Quadratmeter auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände. Abgekauft hatten es die Gemeinde und der Investor für insgesamt 150 000 Euro, 50 000 davon die Gemeinde und 100 000 Euro Luviab.
Da das Areal als ehemaliger Bahnhof noch mit zahlreichen Altbauten und -lasten bestückt war, mussten 210 000 Euro in die Entsorgungsarbeiten fließen. Dazu gehörte unter anderem der Abriss eines alten Kohlelagers, alter Bahnschwellen sowie eines Lokschuppens. Die Erschließung des Baulandes hatte dann im Frühjahr dieses Jahres begonnen.
Im Rahmen der Neuerschließung sind alle notwendigen Medien wie Strom-, Gas- und Telefonleitungen verlegt worden. In Zusammenarbeit mit dem Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (ZWA) Eberswalde wurden die Trink- sowie Schmutzwasserleitungen in die Erde gebracht. Fertiggestellt ist auch die neue Erschließungsstraße ab der Kreuzung Mühlenweg. Sie trägt nun den Namen "Am alten Bahnhof".
Eine Errungenschaft hob Lutz Ludwig von der Grundbesitz- und Projektentwicklungs GmbH zudem hervor: "Alle Grundstücke sind an ein gemeinsames Pumpwerk angeschlossen. Wäre dies nicht, hätte jeder Grundstücksbesitzer selbstständig tätig werden müssen."
Die Gesamtkosten für den Grundstückserwerb von der DB Netz AG und die Erschließung liegen bei 928 000 Euro. Davon wurden wieder ein Drittel von der Gemeinde und zwei Drittel vom der Luviab getragen.
Die Bau- und Wohnungsnachfrage im einwohnerstärksten Ortsteil der Gemeinde Schorfheide - derzeit sind es 4664 Einwohner - ist unverändert hoch, sagte Schorfheides Bürgermeister Uwe Schoknecht. "Ich freue mich, dass im Ortsteil Finowfurt nun auch weitere Flächen zur Verfügung stehen", so Schoknecht.
Auf dem Areal sind neben der vorwiegenden Wohnnutzung auch sogenannte stille Gewerbe, wie Steuerberater oder eine Arztpraxis, zulässig, die als nicht störend empfunden werden können.