Das einstige Sudhaus, das nach Auflage der Denkmalbehörde in den Neubau zu integrieren war, ist nicht wiederzuerkennen. Die Fassade wurde abgestrahlt und zeigt sich jetzt im hellen Ton. In dieser Woche werden die rund 30 Fenster eingebaut. Allesamt Holzfenster, wie vom Denkmalschutz gefordert. Im unteren Bereich des zweistöckigen Anbaus am Sudhaus hat Bauherr Wilhelm Schomaker auch den Sockel des Schornsteins integriert. Vollständig erhalten bleiben, wie ursprünglich vorgesehen, konnte der Schlot nicht. Gutachter hatten Schwammbefall und mangelnde Standsicherheit festgestellt, die Denkmalbehörde daraufhin einer Teilsprengung zugestimmt. Ob es beim jetzigen Aussehen des eingebauten Sockels bleiben soll, kann Wilhelm Schomaker noch nicht sagen. Vorgaben von der Denkmalbehörde dazu gibt es nicht. Unterm Dach des Sudhauses wird sich eine Physiotherapeutin ihre Praxis einrichten. Ein Fahrstuhl soll den Weg zu ihr erleichtern. Die meisten Räume des Sudhauses nutzt Edeka für seine Mitarbeiter. Für einen Teil im Erdgeschoss sucht Schomaker noch einen passenden Konzessionär.
Die Fassade des sich an das Sudhaus anschließenden Neubaus wurde hinsichtlich Material und Farbe dem historischen Vorbild angepasst. "Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden", sagt Schomaker. Rund 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche steht dort dem neuen Marktbetreiber dort zur Verfügung. Die Heizung ist schon in Betrieb. In gut einer Woche werden die LED-Leuchten montiert. Gut 50 Bauleute hat der Investor derzeit im Einsatz. Rund 60 Prozent aller Aufträge sind in der Region geblieben. Endspurt heißt es jetzt unter anderem für Zimmerer, Klempner, Dachdecker, Elektriker, Maler und Fliesenleger. Hochbetrieb herrscht auch auf dem künftigen Parkplatz. Insgesamt 80 Stellplätze wird es für die Kunden hier geben. Gedacht ist der Parkplatz auch für Gäste der "Alten Brauerei". Dorthin wird es auch einen rollstuhlgerechten Zugang geben. Ein Großteil der Steine auf dem künftigen Parkplatz liegen schon im Boden. Auf der Seite zur Eisenbahnstraße hin werden als Nächstes die Bäume gepflanzt.
"Das Sudhaus hat den Terminplan um rund vier Wochen verlängert. Ansonsten ist der Bau aus meiner Sicht hervorragend gelaufen", sagt Wilhelm Schomaker. Wie der neue Einkaufsmarkt am Ende aussehen soll, weiß er schon ganz genau. "Im Eingangsbereich wird ein Bäcker und die Leergutannahme sein. Von dort aus geht es direkt zu den Obst- und Gemüseständen, weiter zum Fleisch und den anderen Warensortimenten", zählt der Bauherr auf. "Da hinten werden die Kühlregale stehen", zeigt er auf die Wand in Richtung Sudhaus. Auf die Resonanz der Eberswalder ist er schon jetzt gespannt. Die wird sich am 22. Mai zeigen, wenn der Edeka-Markt seine Pforten öffnet.
Hinter einer Tür im Lager- und Anlieferungsbereich verbirgt sich die Einflugschneise für die Fledermäuse. Mehr als 100 der geschützten Tiere haben den Winter im Kellergewölbe des Edeka-Marktes zugebracht. Das Baugeschehen rundherum hat sie überhaupt nicht gestört.