Heinz Ristenbieter, gelernte Industriemeister, schaut sich derweil einen DVD-Player an, der sich nicht mehr öffnen lässt. Der Junge, der ihn gebracht hat, möchte wenigstens die DVD daraus gerettet wissen. Er hat Glück.
"Ich habe meinen Rasierapparat ein halbes Jahr nicht benutzt und nun geht er nicht mehr. Als ich in der Zeitung vom Repair Café las, dachte ich, vielleicht lässt sich da was machen", erzählt Dieter Wagner aus Eberswalde. "Ich bin Interesse halber hier. Ein Bekannter hat mich auf das Angebot aufmerksam gemacht. Ich wollt mal sehen, wie so etwas läuft", erklärt ein Berliner, der auch lieber anonym bleiben möchte.
Knapp 20 Interessenten sind es insgesamt, die mit ihren defekten Geräten in die Eisenbahnstraße 84 gekommen sind. "Drei Leute waren dabei, die sich spontan bereit erklärt haben, mit zu reparieren", freut sich auch Vereinsmitglied Ingo Frost. "Wir wollen der Wegwerfmentalität, die sich breit gemacht hat, etwas entgegensetzen", fügt Heinz Ristenbieter hinzu. Der Unruheständler ist zu Hause auch stets am Schrauben und Werkeln. "Meiner Frau habe ich schon gesagt, entweder du holst den Handwerker oder du bezahlst mich", spöttelt der Eberswalder gutgelaunt.
Eine Eintagsfliege soll das Repair Café von Freitag nicht bleiben. "Es gibt auf jeden Fall eine Fortsetzung, voraussichtlich im Mai", verspricht Sven Gumbrecht. Dann vielleicht schon in eigenen Räumen. Zurzeit ist der Verein Hebewerk mit der Stadt in Verhandlung. Aus der Taufe gehoben worden war er erst im Oktober vergangenen Jahres. Seit Februar dieses Jahres ist er auch im Vereinsregister zu finden. Zehn Mitglieder zählt Hebewerk derzeit, neue Mitstreiter sind immer willkommen.