Von Julia Lehmann
Die Kita „Zauberlinde“ in Golzow wird sich vergrößern. Die Gemeinde Chorin hat entschieden, einen angrenzenden Raum an die Kita-Räume anzubinden. Noch sei ausreichend Platz vorhanden, heißt es. Die Kapazitätsgrenzen seien mit 32 zu betreuenden Kindern allerdings erreicht.
Etwa 50 Quadratmeter könnten die Kinder der Kita „Zauberlinde“ gewinnen. Das Gemeindebüro, das sich mit in dem ehemaligen Gutshof von Golzow befindet, steht leer. Vorgesehen war einst, es als Wohnung einzurichten. Im Dachgeschoss wolle man dieses Ziel weiterhin verfolgen. Nicht so im Erdgeschoss. Denn die Räumlichkeiten dort sollen nun in Gänze für die Kita genutzt werden, die seit 2012 die „Haus der kleinen Forscher“-Zertifizierung trägt und nun schon zum dritten Mal erhalten hat. Die Gemeinde Chorin stimmte in ihrer jüngsten Zusammenkunft ohne Gegenstimme für die Erweiterung.
Eine Alternative sieht die Amtsverwaltung nur darin, weniger Kinder zu betreuen. Durch strukturelle Umgestaltung hätten 20 Kinder Platz finden und trotzdem alle Anforderungen erfüllt werden können. Weniger Kinder aufzunehmen, sei nicht wirklich eine Alternative, findet Thomas Polster, Ortsvorsteher von Golzow und Gemeindevertreter in Chorin, auf Nachfrage.
Mit Blick auf den im Ort entstehenden Wohnpark, in dem bereits Grundstücke verkauft worden sind und weitere erschlossen werden sollen, werde der Bedarf an Kita-Plätzen steigen, ist sich Polster sicher. Mit 32 Kindern hätte die Einrichtung im Lindenweg ihre Belastungsgrenze fast erreicht. Laut Betriebserlaubnis von Jahr 2001 dürfen 36 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 12 Jahren in der „Zauberlinde“ betreut werden. Eine räumliche Erweiterung trägt zur Sicherung des Standortes mit bei, sagt Polster. Neben Golzow gibt es in Brodowin und Chorin Kitas im Gemeindegebiet.
Einschränkungen bringe zudem auch die gesetzliche Pflicht zur  Ganztagsversorgung, die Kitas inzwischen leisten müssen, mit sich. Drei Mahlzeiten am Tag müssen die Betreuungsstellen bereithalten. Aus der Vollverpflegung ergeben sich weitere räumliche Probleme, denn Lebensmittel müssen im Haus gelagert und zubereitet werden.
Die Amtsverwaltung in Britz wird nun gemeinsam mit Akteuren aus Eltern-, Kita- und Ortsbeirat die Möglichkeiten der Erweiterung erarbeiten. Das Konzept werde dann auch der Choriner Gemeinde vorgelegt. Dazu gehört auch ein Kostenplan, der bislang noch nicht existiert.
Mit Blick auf Flächen und die grundlegenden Anforderungen, die sich aus den „Grundsätzen des Verwaltungshandelns bei der Prüfung der räumlichen Bedingungen in Kindertagesstätten“ des Landesjugendhilfeausschusses von 1999 ergeben, seien die vorhandenen Flächen ausreichend, so die Einschätzung der Amtsverwaltung. Spielflächen und sanitäre Anlagen erfüllen die Anforderungen. Allerdings gibt es keine Nebenräume, die eine Arbeit mit den Kindern in mehreren Gruppen ermöglichen sollen. Räume für Bewegungsförderung oder die kurzfristige Unterbringung von erkrankten Kindern fehlen gänzlich.
Ebenso sucht man Rückzugsorte für Elterngespräche oder Besprechungen sowie einen Aufenthaltsraum für die insgesamt fünf Erzieher vergeblich. Zudem ist die Kita in ihrer Architektur nicht barrierefrei, was man mit der Erweiterung auch in die Hand nehmen wolle, heißt es im Beschluss.