Den Kontakt hatte die Hoeck-Stiftung geknüpft, die seit 2015 die erfolgreiche Veranstaltungsreihe "Diplomatischer Salon – die Welt zu Gast in Eberswalde" organisiert, in der Maltas Botschafter dem Publikum im Oktober vorigen Jahres Rede und Antwort gestanden hatte. Der 50 Mitglieder starke Förderverein der Bildungsstätte, den Marion Daht leitet, und die Stiftung sind eine Kooperation eingegangen. "Wir werden uns bemühen, fortan jeden Europatag an der Kinderakademie durch einen Diplomaten aus Berlin begleiten zu lassen", sagte Martin Hoeck, der Vorsitzende der Stiftung. Zum Auftakt hat es schon mal geklappt.
Der Botschafter von Malta hat sichtlich Spaß in der Privatschule, die ihm zwar keinen roten Teppich ausrollt. Dafür fragen die Mädchen und Jungen Albert Friggeri, der in seinem Heimatland früher selbst Lehrer war, Löcher in den Bauch. "Ich stelle Euch den Kontakt zu einer Schule her", verspricht der 68-Jährige. Er selbst habe angefangen, sich für die deutsche Sprache zu interessieren, als er etwa zehn Jahre jung gewesen sei und sich mit einem Brieffreund aus Österreich geschrieben habe. "Seine Briefe habe ich mir anfangs mit dem Wörterbuch übersetzt und auf Englisch beantwortet", erzählt Albert Friggerie. Als 14-Jähiger habe er dann begonnen, Deutschunterricht zu nehmen.
Für Martin Hoeck ist der Wunsch der Grundschüler nach Brieffreunden in der weiten Welt verständlich und unterstützenswert. "Ich hatte eine Brieffreundin auf Malta, als ich 15 war", verrät er. Der Kontakt bestehe bis heute und halte damit 16 Jahre. Aus den echten Briefen seien später E-Mails und mittlerweile ein Austausch über Facebook geworden.
Dass der Botschafter aus Malta der erste Diplomat ist, der bei einem Europatag an der Kinderakademie vorbeischaut, freut die Gastgeber besonders. "Schließlich hatte unser Orden auf dieser Insel einst seinen Hauptsitz", betont Ralf Opitz vom Regionalvorstand der Johanniter.
Die Grundschüler interessiert eher, ob ihr Gast sein Heimatland Urlaubsreisenden empfehlen würde. "Unbedingt. Malta ist toll für alle, die sich für Meer und Kultur interessieren", antwortet Albert Friggeri. An Deutschland gefalle ihm das viele Grün besonders. Auch Seen und Flüsse gebe es daheim nicht.