Temperaturen um die 15 Grad. Strahlender Sonnenschein. Noch mal mit Kind und Kegel in den Familiengarten. So manche Familie nutzte das Wochenende und die letzten Herbstferientage für einen Ausflug auf das ehemalige Landesgartenschaugelände am Finowkanal. Heute schließt die Anlage offiziell ihre Pforten.
Winterpause im Park. Was aber keineswegs bedeutet, dass das Team, das lediglich vier Festangestellte zählt, in Winterschlaf fällt. Im Gegenteil. Die Mitarbeiter nutzen die besucherfreien Monate für Reparaturen, Instandsetzungen, Wartungen - und natürlich fürs Winterfestmachen. Doch zunächst einmal heißt es Laubfegen. Mit Mann und Maus, einschließlich der Bundesfreiwilligendienstler, wird jetzt geharkt. Bei einer Gesamtfläche von 17 Hektar kommt immerhin einiges zusammen.
In der Stadthalle stehen freilich noch einige Veranstaltungen auf dem Kalender, etwa die P30-Party am 21. November, ein weiterer Nachtflohmarkt, eine Volksmusikweihnachtsshow sowie der Silvesterball. Bis zum Jahresende rechnet das Rathaus mit etwa 100 000 Besuchern für den Familiengarten. Bislang wurden 2015 etwa 93 500 Gäste registriert. Davon entfielen mehr als 32 000 auf 99 Veranstaltungen. Und immerhin gut 61 000 große und kleine Gäste besuchten den Park - mit all seinen Attraktionen, etwa den Betriebsarchen, dem Grünen Klassenzimmer, der Hexenküche oder dem Märchenwald.
Damit liegen die Besucherzahlen laut einer Statistik der Stadtverwaltung deutlich über den beiden vergangenen Jahren (2013: insgesamt 75 000, 2014: 85 000). Wobei gerade bei den Parkbesuchern ein Zuwachs zu verzeichnen war. Dies dürfte - neben dem gartenfreundlichen Wetter - auch zusätzlichen Offerten zu danken sein. So war für die Saison 2015 die Hexenküche umgesetzt und komplett saniert worden. Zudem lockte eine neue Seilbahn. Und die Hexengrotte am Tretauto-Parcours war mit Hexenfiguren sowie einer Geräuschinstallation neu gestaltet worden. "Alle Spielgeräte standen während der gesamten Saison zur Verfügung", erklärt Pressesprecherin Nancy Kersten auf Anfrage.
Zu den Veranstaltungen, die sich 2015 großer Resonanz erfreuten, gehörten beispielsweise das Konzert der Puhdys auf der Freilichtbühne, die jüngste Abstimmung zum Bürgerhaushalt 2016 in der Stadthalle, die Nachtflohmärkte, die längst zu einem Besuchermagneten geworden sind, oder auch das Kindertheater "Flying cookies".
Für 2016 sind laut Kersten unter anderem ein Konzert mit Matthias Reim und "The Sweet" geplant. Neben bewährten Formaten werde es im kommenden Jahr erstmals auch ein großes Jugendtreffen der Evangelischen Jugend Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz geben. Der Park soll - vorausgesetzt, Petrus spielt mit - zu den Osterfeiertagen öffnen. Der Saisonstart sei für den 23. März geplant, so die Rathaus-Sprecherin.
Der Familiengarten war 2002 für die Brandenburgische Landesgartenschau angelegt worden. Für die Gestaltung hat die Stadt seinerzeit Fördermittel erhalten. Die sogenannte Zweckbindungsfrist läuft 2017 aus. Weshalb sowohl im Rathaus als auch im Parlament längst Diskussionen um den künftigen Betrieb begonnen haben. Der Antrag der CDU-Fraktion, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich unter wirtschaftlichen Prämissen mit der Unterhaltung und der Zukunft des Familiengartens befasst, wurde zwar jüngst zurückgezogen. Wobei die Christdemokraten sogleich einen neuen Vorstoß ankündigten. Fürs kommende Jahr hat die Stadtverwaltung zunächst eine neue Entgeltordnung avisiert. Mit "angepassten" Eintrittspreisen. Bislang zahlten Erwachsene drei Euro für den Parkbesuch, Kinder zwischen drei und 16 Jahren, Azubis und Studenten, Schwerbehinderte sowie Arbeitslose 1,50 Euro, unter Dreijährige hatten freien Eintritt.