Mit dem zu Herzen gehenden Hit „Kinder (Sind so kleine Hände)“ hat sich Bettina Wegner bereits 1976 einen Platz in den Geschichtsbüchern ersungen. 2007 hatte sich die Liedermacherin, die bereits mit Joan Baez, Konstantin Wecker und Angelo Branduadi auf der Bühne stand, mit einer Abschiedstournee von ihrem Publikum verabschiedet.
Seither sind ihre Auftritte mehr als rar geworden. Eine der seltenen Gelegenheiten, die Vollblutmusikerin weiterhin live zu erleben, gibt es beim Festival PurPur in Eberswalde.
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Nicht jedes PurPur-Angebot kostet Geld

Und auch eine andere Große tritt in diesem Zusammenhang in der Barnimer Kreisstadt auf: Pascal von Wroblewsky, die schon seit ihrer ersten, 1986 veröffentlichten Langspielplatte „Swinging Pool“ als die Jazz-Legende des Ostens gilt.
Doch damit noch lange nicht genug. Das Fest im Forstbotanischen Garten von Eberswalde, das vom 16. bis zum 23. Juli gefeiert wird, ist auch in jeder anderen Hinsicht ein Knaller, bei dem überdies nicht einmal jedes Angebot Eintritt kostet.
„Wir bieten Konzerte, Filme und zwei Ausgaben von Guten-Morgen-Eberswalde an einem schönen Ort unter freiem Himmel“, sagt Udo Muszynski, der sich mit seiner Agentur im Auftrag des veranstaltenden Begegnungszentrums Wege zur Gewaltfreiheit um das Programm und die Gesamtorganisation von PurPur kümmert.

Jazz-Zeitreise in die siebziger Jahre

Los geht es am 16. Juli um 10.30 Uhr mit der 784. Ausgabe von Guten-Morgen-Eberswalde, die durch The Sassy Jassy Sisters bestritten wird. Jana Korb und Sylvia Idelberger unternehmen eine luftartistische Reise in die Blütezeit des Zirkus. In langen Bahnen hängen Tücher in der Luft, von denen die Artistinnen getragen werden.
Am 17. Juli ab 17 Uhr ist Pascal von Wroblewesky im Forstbotanischen Garten zu erleben. „Pascal Seventies Songbook“ heißt ihr Programm, das sie gemeinsam mit Jürgen Heckel (git, synth), Max Hughes (bass) und Topo Gioia (perc) einstudiert hat. „Seventies Songbook“ ist ein jüngeres Projekt von Pascal von Wroblewsky und Jürgen Heckel und ein weiterer Meilenstein ihrer mehr als 30-jährigen Zusammenarbeit. Und der persönliche Rückblick auf ein musikalisch besonderes Jahrzehnt. Die Hits von Deep Purple, The Doors, Emerson, Lake & Palmer oder Janis Joplin sind bei dieser Formation in den allerbesten Händen.
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Viermal Kino im Forstbotanischen Garten

Am 18. Juli ist ab 21:30 Uhr zum ersten Mal in diesem PurPur-Sommer ein Kinoabend im Forstbotanischen Garten angesagt. Dann läuft der Streifen „Bettina“, Deutschland 2022, Regie Lutz Pehnert, 107 Minuten, auf der Leinwand. Bettina Wegner, geboren 1947 in Westberlin, aufgewachsen in Ostberlin, mit 36 Jahren ausgebürgert, seither „entwurzelt“. Der Werdegang der Liedermacherin gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20 Jahrhunderts. Es ist der Weg von einem Kind, das Stalin glühend verehrte, über eine hoffnungsfrohe Teenagerin, die mit ihren eigenen Liedern eine Gesellschaft mit bauen möchte, hin zu einer beseelten Künstlerin mit einer unerschütterlichen humanistischen Haltung.
Am19. Juli heißt es ab 21:30 Uhr „Ein Clown - Ein Leben“. Der 105-minütige Film, den Regisseur Harald Aue im vorigen Jahr in Österreich gedreht hat, ist eine Hommage an die Welt in der Manege. „Roncalli“ gilt als sein Reich, der Clown Zippo als sein Alter Ego: Bernhard Paul hat mit seiner unbeirrbaren Vision der Zirkuswelt seinen Stempel aufgedrückt. Der Film zeichnet das Psychogramm dieser schillernden Persönlichkeit und spürt den Motivationen und schicksalshaften Wendungen im Leben des genialen Zirkusmachers nach.

Bettina Wegner tritt mit Freunden auf

Am 20. Juli ab 21.30 Uhr setzt der 2020 von Regisseur Mario Schneider gefertigte Streifen „Uta“ einer 70 Jahre alten Straßenmusikerin ein Denkmal, die nahezu blind ist und mit ihrem Freund Jens, einem Musiker und Kabarettisten, ein spartanisches Leben an der Existenzgrenze führt. Aber sie sind glücklich. Der 90-minütige Dokumentarfilm erzählt von einer beeindruckenden Persönlichkeit, die vor dem Hintergrund der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts und trotz viel erlebtem Unglück dem Leben dennoch mit Offenheit und Güte entgegentritt.
„Lieber Thomas“, heißt am 21. Juli ab 21.30 Uhr der Film von Regisseur Andreas Kleinert aus 2021, der in 154 Minuten aus dem Leben des Autors und Filmemachers Thomas Brasch (1945 bis 2001) erzählt. Braschs Werk, faszinierend in den Worten und magisch in den Bildern, ist dabei die Grundlage für einen poetischen, schillernd-verführerischen Film über den Menschen Brasch und das Jahrhundert, in dem er lebte.
Am 22. Juli ab 20 Uhr gehört die PurPur-Bühne im Forstbotanischen Garten von Eberswalde Bettina Wegner & Karsten Troyke, die an der Gitarre von El Alemán begleitet werden. Die Liedermacherin und Lyrikerin, einem breiten Publikum durch das Lied „Sind so kleine Hände", zahlreiche LPs und CDs, Bücher mit Gedichten und Liedtexten, bekannt, begab sich im Jahr 2007 in den künstlerischen Ruhestand. Ihre Stimme ist jedoch ungebrochen stark, und wenn Karsten Troyke sie bittet, einen gemeinsamen Abend zu machen, tritt sie doch hin und wieder auf, immer begleitet vom Gitarristen El Alemán alias Jens-Peter Kruse.

Chormusik vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Mit einer weiteren Guten-Morgen-Ausgabe klingt PurPur 2022 am 23. Juli ab 10.30 Uhr aus. Das Herrenwieser Vokalensemble unter der Leitung von Martin Krumbiegel musisziert bei der 785. Ausgabe der Erfolgsreihe unter dem Motto „Wir lieben sehr im Herzen drei schöne Dinge fein…“. Das Programm handelt von der Liebe und der Enttäuschung, vom Hoffen und Bangen, vom Glauben und von der Musik und anderen schönen Dingen des Lebens. Geboten wird Chormusik vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Der Eintritt zu den beiden Guten-Morgen-Eberswalde-Gastspielen im Forstbotanischen Garten ist frei. Das Konzert am 17. Juli kostet im Vorverkauf 12 oder ermäßigt 10 Euro sowie an der Abendkasse 15 oder ermäßigt 13 Euro. Für das Konzert am 22. Juli sind im Vorverkauf 17 oder ermäßigt 12 Euro sowie an der Abendkasse 20 oder ermäßigt 15 Euro zu zahlen. Die Tickets gibt es im Vorverkauf bei der Barnimer Busgesellschaft an der Friedrich-Ebert-Straße 27d, Tel. 03334 235003, oder bei der Tourist-Information an der Steinstraße 3, Tel. 03334 64520, sowie online über www.mescal.de.
Oststimme des Jazz: Pascal von Wroblewsky, hier im vorigen mit musikalischen Begleitern im Dom St. Marien in Fürstenwalde, kommt für PurPur in den Forstbotanischen Garten von Eberswalde.
Oststimme des Jazz: Pascal von Wroblewsky, hier im vorigen mit musikalischen Begleitern im Dom St. Marien in Fürstenwalde, kommt für PurPur in den Forstbotanischen Garten von Eberswalde.
© Foto: Peter Nelken/dpa
Für die Filmabende werden jeweils sieben, ermäßigt fünf Euro, verlangt. Hier gibt es keinen Vorverkauf.
Nach Möglichkeit sollten die PurPur-Besucher mit öffentlichen Verkehrsmittteln anreisen. Die Parkplätze am Forstbotanischen Garten sind knapp.